Karamba, Karacho, Katharsis

Heino wirkt in einer neuen Doku-Reihe wirklich sympathisch. Aber warum macht der Mann bloß so grottige Musik?
Michael Huber
Schlagersänger Heino präsentiert "Deutschland Schokolade"

Auf seine Streichwurst und die Bild-Zeitung legt er Wert. Das ist nur eines der Details, die man beim Auftakt der Serie „Karamba, Karacho, Kult“ am Dienstag auf VOX über den Schlagersänger Heino erfuhr. Der 87-Jährige kommt in der Doku (3 . und 4. Folge am 7. 4.) überraschend sympathisch daher: Reflektiert, herzlich, flachem Smalltalk abgeneigt.

Was unweigerlich zur Frage führt: Warum macht dieser Mann so grottige Musik? Auch wenn die Doku anderes behauptet, lassen sich Songs wie „Geh mal Bier holen, du wirst schon wieder hässlich“ nicht als Kult schönreden. Das sauf-und schunkelwütige Publikum, vor dem Heino in der Doku teils auftritt, braucht aber offensichtlich ein Ventil, und der Sänger bietet es – mit enormem „Pflichtgefühl“, wie es heißt: Karamba, Karacho, Katharsis. Wir glauben dem Linkspolitiker Gregor Gysi, der über Heino sagt: „Durch seine Musik kommt sein Wesen nicht zum Ausdruck.“

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