Fantasy und Reality

Die Serie "Game of Thrones" kommt einem heute fast prophetisch vor. Oder funktionieren Machtspiele einfach immer gleich?
Michael Huber
Items from the Game of Thrones TV show up for auction

Wenn Kulturwissenschafter dereinst die Geistesverfassung des frühen 21. Jahrhunderts erkunden, werden sie vermutlich nicht Tolstois „Krieg und Frieden“ lesen, sondern eher „Game of Thrones“ (kurz „GoT“) schauen.

Die zwischen 2011 und 2019 produzierte Serie lebt von einer Ekelfaszination für eine Welt ohne verbindliche Regeln. Es gibt einen blonden König, der sich über alles hinwegsetzt und Dinge tut, die man gerade noch nicht für möglich gehalten hätte. „Enthauptungsschläge“ stehen an der Tagesordnung. Allianzen formieren sich und zerbröseln. Einmal übernehmen Fundamentalisten das Ruder, dann jemand mit einer überlegenen autonomen Waffe (Drachen).

Was vor zehn Jahren Fantasy war, hat heute viele Echos in der Realität. Manche sind Zufall, viele zeigen aber, dass die Kultur Dinge antizipiert, die in der Luft liegen. Wir sind schon bang gespannt auf den geplanten „GoT“-Kinofilm.

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