Alternativer Treibstoff: Ist "nachhaltiges Fliegen" ein Schwindel?
Ist Sustainable Aviation Fuel (SAF) ein Schwindel?
Antwort: Dazu hat der Kolumnist Willie Walsh, Generaldirektor des Weltluftfahrtverbandes IATA, bei dessen Generalversammlung diese Woche in Rio de Janeiro befragt. Seine Antwort: „Nein, das ist kein Schwindel! Aber es gibt zu wenig davon.“ Weltweit ist der Luftverkehr für etwa zwei Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes verantwortlich. Die begrenzte Verfügbarkeit von SAF ist auf die relativ geringe Produktionskapazität und die höheren Kosten im Vergleich zu herkömmlichem Kerosin zurückzuführen. SAF, nachhaltiger Flugkraftstoff, kann aus verschiedenen erneuerbaren oder recycelten Rohstoffen hergestellt werden, etwa aus gebrauchtem Speiseöl. Aber SAF wird heuer voraussichtlich nur 0,8 Prozent des gesamten Verbrauchs der Airlines ausmachen. Und dies trotz massiver Anstrengungen der Luftfahrtbranche, es zu einem Schlüsselelement zu machen. Schätzungen der IATA zufolge wird die weltweite SAF-Produktion 2026 rund 2,4 Millionen Tonnen erreichen – ein Bruchteil des gesamten Verbrauchs, was aber die Fluggesellschaften 4,3 Milliarden US-Dollar kosten wird. „Der Weg wird mit jedem Jahr ineffektiv abgestimmter Regierungspolitiken und dem offenkundigen Desinteresse der Ölkonzerne schwieriger. Dabei sollte der aktuelle Energieschock die Entwicklung erneuerbarer Energien, einschließlich SAF, eigentlich noch dringlicher machen“, so Walsh. Denn dann könnte der Kerosinbedarf besser abgedeckt werden, anstatt auf Importe angewiesen zu sein.
Zum Autor:
Kurt Hofmann arbeitet seit dreißig Jahren als Journalist sowie seit 2000 als Luftfahrt-Experte für internationale TV-Stationen .Fragen mit Betreff „Überflieger“ an: reise@kurier.at
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