Was man aus dem Urlaub mitnehmen soll
Eine französische Touristin wurde auf Sardinien mit rund 40 Kilogramm Sand, Kieselsteinen und Muscheln erwischt. (Symbolbild)
Da nun die Ferien endlich auch für jene Kinder beginnen, die nicht im Osten des Landes leben, können wir uns mit den obligatorischen Erscheinungen beschäftigen, die mit den Sommerferien stets einhergehen. Neben den Staumeldungen und folglichen Umleitungsrouten sind das Informationen über Preisniveau (Stichwort Urlaubseuro) und Tempolimit (Stichwort Strafeneuro) in europäischen Urlaubsländern. Meine persönliche immer gleiche Sommermeldung stellt allerdings die Warnung dar, was man aus diesen Ländern alles nicht mitnehmen darf. So ließ diese Woche die geschätzte ÖAMTC-Reiseexpertin Dagmar Redel damit aufhorchen, dass man von Souvenirs, die aus vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten hergestellt wurden, Abstand nehmen sollte. Ich kann nicht behaupten, dass mich diese Nachricht besonders überrascht hat, dass die Strafe für eine illegale Einfuhr nach Österreich aber „bis zu 80.000 Euro bzw. Freiheitsentzug bis zu fünf Jahre bedeuten“ kann, verblüffte mich dann doch.
Axel Halbhuber und Lea Moser aus dem KURIER-Reise-Team sprechen im Reisepodcast Stadt.Land.Meer. über Reise- und Urlaubsziele - im Fokus steht immer ein Land, eine Region oder eine Stadt.
Es kann aber auch schon das Sammeln von Meeresschnecken, Muscheln und sogar Sandkörnern bis zu dreitausend Euro kosten – allerdings nicht bei der Einfuhr nach Österreich, sondern direkt vor Ort, zum Beispiel auf Sardinien. Ein Stück seines Lieblingsstrandes mitzunehmen, liegt zwar irgendwie auf der Hand, aber doch verblüfft mich die Idee: Es bemühten sich Urlauber doch an sich schon immer, den Strandsand, der sich ja ohnehin in allen Ritzen und Falten versteckt, nicht ins Hotelzimmer und schon gar nicht bis nach Hause mitzunehmen. Das dürfte sich nun geändert haben.
Abgesehen davon sollte es ganz selbstverständlich sein, das bereiste Land an seinem Ursprung belassen zu wollen, statt es in den Koffer zu packen. Man stelle sich vor, einer oder eine nimmt sich etwas von unserem so schönen Alpenraum mit, ein nahezu identitätsrechtliches Vergehen, wo es doch in der Hymne „Land der Berge“ heißt. Oder wenn einer (wahrscheinlich so ein Dahergelaufener) ein bisschen Waldboden als Souvenir fladert, nur weil das halt so gut riecht. Und man stelle sich die Situation vor, wenn so ein durchschnittlicher Urlauber (wir wollen jetzt weder Deutsche noch Holländer ins Spiel bringen) den Versuch wagt, einem unserer fleißigen Bergbauern ein bisschen Alm abzutragen. Da möchte ich nicht dabei sein, ich glaube, dagegen ist so eine wild gewordene Kuh, von denen man jetzt immer liest, nur die zweithässlichste Erscheinung, die ich mir vorstellen kann.
Neinnein, lassen wir sämtliche Böden lieber liegen, man weiß ja daheim eh nicht, wo man sie hinstellt. Nehmen wir dafür lieber ein bisserl Weltoffenheit mit heim. Dafür zahlt man auch weniger Übergepäck.
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