Früher galt als sonderlich, wer in der Öffentlichkeit mit sich selbst sprach, und als Kind war man angehalten, wegzuschauen und so zu tun, als wär’ nix. „Der Mann da …“ – „Pssst“.
Heute kann man vor allem nicht mehr weghören,
wenn Menschen in der U-Bahn, an der Supermarktkassa oder im Freibad scheinbar mit sich selbst sprechen:
„Du na, ich komm erst um sieben. Jetzt? Jetzt is fünf.“ – „Und wo fahrts ihr hin heuer? Ah, eh nirgends. Schön.“ – „Nein, die Kollegin ist 40 plus und studiert, die muss das selbst wissen. Soziale Kompetenz? Null.“
Büroalltag, Abend- und Urlaubsgestaltung, alles da. Und laut, weil das Mikro fürs Telefonieren ist am Ear-Pod, und das Ear ist weit weg vom Mund. Wie jetzt, andere sind auch noch da? – Ja die, die das Handy von sich halten und videotelefonieren: Da hört man gleich zwei plaudern, meist fremdländisch. Das erspart wenigstens Details, was zu Abend gespeist wird und wie die letzte Pediküre verlief.
andreas.schwarz@kurier.at
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