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Royale Kristallhochzeit

Vor 15 Jahren haben Charlène und Albert von Monaco geheiratet.
Lisbeth  Bischoff

Am 1. Juli sind Fürst Albert II. und Fürstin Charlène von Monaco 15 Jahre verheiratet. Für mich Anlass, auf die traurigste Hochzeit, die ich je moderiert habe, zurückzublicken. Fahnen wehen im Wind, Bürgersteige und Fassaden strahlen vor Sauberkeit, und in den Geschäften stehen die Souvenirs bereit. Der Zwergstaat am Mittelmeer zeigt sich für die Hochzeit gut gerüstet. 

Auf Vidiwalls können die Monegassen und die 200.000 Schaulustigen die Hochzeit verfolgen. Fürst Albert und Charlène Wittstock sagen im Thronsaal des Palastes vor dem Standesbeamten Philippe Narmino zum ersten Mal JA.

Die bitteren Tränen einer traurigen Braut

Bei der kirchlichen Trauung - einen Tag später um 17 Uhr - wirkt Charlène traurig und geradezu wie versteinert. Es ist exakt 16 Uhr 19, als mich während der Live- Hochzeitsübertragung eine APA-/AFP-Agenturmeldung im ORFStudio erreicht: Charlène habe die Hochzeit platzen lassen wollen, nachdem sie einige pikante Details aus dem Privatleben ihres zukünftigen Ehemannes erfahren habe. Am Flughafen Nizza soll sie überredet worden sein, nicht in ihre Heimat Südafrika zurückzukehren. Der Supergau…

Nach der Messe fährt das Fürstenpaar zur Kirche der monegassischen Schutzheiligen Sainte-Dévote. Hier legt Charlène ihren Brautstrauß nieder. Als die Sopranistin Marie- Clotilde Würz-De Baets und ihre Tochter Juliette ein Lied zu Ehren der Jungfrau Maria singen, kommen der Braut die Tränen. 

Albert gibt seiner Frau Anweisung, die Tränen wegzuwischen. Sie zückt ein Taschentuch. 

Als Charlène an der Seite von Albert in den Palast zurückfährt, sind die ersten Schlagzeilen bereits gedruckt: „Charlène, wir weinen mit dir!“ oder „Charlène, Braut im Elend!“

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