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Würstel-Irrtümer

Wie sich Reiseführer und Treavelinfluencer Wien so vorstellen
Andreas Schwarz

Jetzt, wo Touristen wieder Wien stürmen, als wär’s Barcelona oder Dubrovnik (man stelle sich vor, Wien läge auch noch am Meer!), müssen den Besuchern zwei Irrtümer berichtigt werden:
Nein, Wien war nicht immer schon die Stadt der Kebab/Döner/Dürüm/Burger-Buden an jeder Ecke, sondern eine Stadt der Würstelstände.
Und nein, dort, wo es sie zum Glück noch gibt, wird nicht wie im Wien-Reiseführer/Influencer-Post gesprochen. Kein Mensch sagt  bei uns Eitrige zur Käsekrainer. Niemand bestellt a Krokodil, wenn er ein Essiggurkerl will. Wir essen kein Paarl Glatte statt Frankfurter  (überhaupt: wer speist am Würstelstand schon Frankfurter?). Der süße Senf heißt auch nicht G’schissener. Es gibt keinen Bugl, sondern nur ein Scherzl, kein Glasaug, sondern nur Perlzwiebel. Und das 16er-Blech für eine Dose Bier stimmt schon deshalb nicht, weil’s nicht überall das Bier aus dem 16. Hieb gibt (viele sagen: auch zum Glück). 
Und doch: Mögen viele Touris ruhig so bestellen. Sie kriegen schon annähernd das Richtige. Und sorgen dafür, dass uns die Würstelwelt erhalten bleibt.
andreas.schwarz@kurier.at
 

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