Würstel-Irrtümer
Jetzt, wo Touristen wieder Wien stürmen, als wär’s Barcelona oder Dubrovnik (man stelle sich vor, Wien läge auch noch am Meer!), müssen den Besuchern zwei Irrtümer berichtigt werden:
Nein, Wien war nicht immer schon die Stadt der Kebab/Döner/Dürüm/Burger-Buden an jeder Ecke, sondern eine Stadt der Würstelstände.
Und nein, dort, wo es sie zum Glück noch gibt, wird nicht wie im Wien-Reiseführer/Influencer-Post gesprochen. Kein Mensch sagt bei uns Eitrige zur Käsekrainer. Niemand bestellt a Krokodil, wenn er ein Essiggurkerl will. Wir essen kein Paarl Glatte statt Frankfurter (überhaupt: wer speist am Würstelstand schon Frankfurter?). Der süße Senf heißt auch nicht G’schissener. Es gibt keinen Bugl, sondern nur ein Scherzl, kein Glasaug, sondern nur Perlzwiebel. Und das 16er-Blech für eine Dose Bier stimmt schon deshalb nicht, weil’s nicht überall das Bier aus dem 16. Hieb gibt (viele sagen: auch zum Glück).
Und doch: Mögen viele Touris ruhig so bestellen. Sie kriegen schon annähernd das Richtige. Und sorgen dafür, dass uns die Würstelwelt erhalten bleibt.
andreas.schwarz@kurier.at
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