Rare Güter

Wenn wir wollen, was wir nicht haben können
Barbara Beer

Was haben Magnolienbäume, das Schweizerhaus und die Tante Jolesch gemeinsam?

Ihr Erfolgsgeheimnis. Es besteht darin, sich rarzumachen. Beginnen wir mit den Schinkenfleckerln der Tante Jolesch. Warum sie so gut waren? Weil die Tante immer zu wenig machte. Nie konnte man sich daran sattessen.

Dasselbe gilt für die Magnolienblüte. Kaum ist sie da (jetzt), ist sie schon wieder weg (bald). Sich sattsehen? Ist zumindest Ihrer Mittwochs-Kolumnistin noch nie gelungen.

Und das Schweizerhaus? Laut Werbung der Ort, wo „das Bier endlos fließt“. Das ist natürlich falsch. Das Erfolgsgeheimnis dieses sagenumwobenen Gasthauses besteht maßgeblich darin, dass das Bier eben nicht endlos, sondern nur von März bis Oktober fließt. Einer der Hauptgründe, warum es so gut schmeckt.

Es liegt wohl in der Natur des Menschen, dass er Dinge möchte, die er nicht haben kann. So wie Ihre Kolumnistin unlängst ihren Osterbraten, der im Ofen vor sich hin schmorte, während sie versuchte, die Kindersicherung der Ofentür zu entsperren.

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