Im Zimmer geblieben
Der französische Philosoph Blaise Pascal darf als widerlegt gelten. Zumindest in seinem berühmtesten Satz, laut dem das ganze Unglück der Menschen daher rühre, dass sie nicht ruhig in ihrem Zimmer zu bleiben vermögen.
Heute richten die Menschen auch dann Unglück an, wenn sie allein in ihrem Zimmer hocken. Wenn sie in ihr Handy starren, Unfug predigen, Verschwörungstheorien verbreiten, Anleitungen zum Bombenbasteln suchen (und finden!), Terroranschläge planen. Mühelos allein im stillen Kämmerchen.
Und die Prognosen sind düster. Mit den derzeit Heranwachsenden haben wir es mit einer Generation von Menschen zu tun, die mit dem Smartphone aufgewachsen ist und oft mehr Erfahrungen in der digitalen als in der realen Welt gemacht hat. Eine Herausforderung für unsere Gesellschaft.
Dieser Tage reiste Ihre Kolumnistin mit der Bahn durch Österreich. Der Lokführer kündigte eine kleine Verspätung an und riet den Passagieren: „Lesen Sie etwas oder schauen Sie aus dem Fenster.“
Ein wehmütiger Gruß aus der realen Welt.