Die Gesprächsperson
Grundsätzlich schreckt die Ohrwaschl-Redaktion vor keinem noch so brisanten Thema zurück. Die einzige Ausnahme ist genderneutrale Sprache, die ja zu den allerheißesten Eisen gehört, die man/frau/divers als Autor*in des Ohrwaschls angreifen kann. (Sie toben schon? Quod erat demonstrandum!) Egal, in welche Richtung die Argumentation läuft: Irgendjemand ärgert sich immer.
Vielleicht können wir uns darauf einigen: Der Weg zur gendergerechten Sprache muss gegangen werden, es ist dabei aber noch die eine oder andere Hürde zu nehmen. Im Magazin der Süddeutschen Zeitung etwa war zu lesen, dass ein deutscher Telefonanbieter eine neue Abwesenheitsnachricht hat: „Die gewünschte Gesprächsperson ist derzeit nicht erreichbar.“ Ist es nicht erstaunlich, wie unpersönlich es klingt, wenn von einer Person die Rede ist?
Fragwürdig auch der bestimmt gut gemeinte Versuch eines Wiener Supermarkts, die internen Durchsagen geschlechtsneutral zu formulieren: „Ein Mitarbeitender bitte zur Kassa kommen!“ Die Mitarbeitende ist vermutlich mitgemeint.
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