Gemeinsam keppeln

Jammern soll ungesund sein? Das ist natürlich eine unerfreuliche Nachricht für uns Kolumnistinnen und Kolumnisten.
Barbara Beer

Pfau, waren das fade Oscars! Keine Watschen, keine außerordentlich schiachen Fetzen, keine sonstigen Aussetzer. Abgesehen von ein paar blöden Sprüchen und mauen Ballett-Witzchen über einen sehr guten Schauspieler, der, wie die meisten Menschen, nicht immer sehr kluge Sachen sagt. Das Geplänkel bot keinerlei Ablenkung von der Weltlage. Auf Hollywood ist auch kein Verlass mehr.

So oder so ähnlich wollten wir hier ein bisserl dahinkeppeln. Bis uns dieser Artikel über das „achtsame Jammern“ ins Auge fiel. Angeblich, heißt es darin, soll ewiges Lamentieren nicht nur einen selbst und die unmittelbare Umgebung nerven, sondern tatsächlich Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Lamentieren ist ein Stressfaktor.

Das ist natürlich eine unerfreuliche Nachricht für uns Kolumnistinnen und Kolumnisten. Denn das wohldosierte Lamento ist Teil unseres Geschäftsmodells. Und, so unterstellen wir, ein Stück weit auch in Ihrem Sinne, liebe Leserinnen und Leser. Denn nur gemeinsam Keppeln macht Freude. Zurück zur Ausgangslage also. Pfau, waren das fade Oscars ...