Die Münze
Nun neigt sich die längste Fußball-WM aller Zeiten ihrem Ende zu, und das ist dann doch schade, weil: Was waren das für tolle Spiele! Andererseits: Es gab so viel Neues, das bis zum nächsten Mal hoffentlich wieder verschwunden ist:
Ja ja, Trump und Infantino auch. Aber z. B. die Reporterphrase „um diese Uhrzeit“ (meint nicht die Zeitverschiebung, sondern die vorgerückte Spielzeit); oder „Box“ (nicht die Schachtel, aus der Reporter ihre Phrasen klauben, sondern der Strafraum); „Chipbälle“ und „Schnittpässe“ (hat nix mit Chips und Aufschnitt für Couch-Potatoes zu tun, sondern mit Spielzügen); gegenderte Fußballspieler – ok, das fiel nur unserer Vizekanzler- und Sportminister-in ein, und der ist das nächste Mal eh nimmer zuständig. Und die Trinkpause verschwindet auch wieder, bitte!
Nur eines ist in Zeiten der Weiterentwicklung auf dem und ums Spielfeld – VAR, KI-Technik, Chip im Ball – seit jeher gleich: Der Schiedsrichter wirft eine Münze zur Entscheidung, wer Anstoß zum Spiel hat und wer ein Elferschießen beginnt. Wunderbar, dieser Anachronismus möge bitte für immer so bleiben.
andreas.schwarz@kurier.at
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