Fest spielen
Jetzt sind ja gerade die großen Festspiele um die Wege. Heißen sie Festspiele, weil das Spiel samt Drumherum ein einziges Fest ist? Oder weil dort fest gespielt wird – mit des Publikums Nerven.
In Bayreuth wurde Wagners „Ring“ nicht von Regisseuren inszeniert, sondern von der KI, die den Zusehern im Sekundentakt halluzinierte Bilder um die Ohren warf, dass ihnen Hören und Sehen verging; und in Salzburg wurde Richard Strauss’ „Ariadne“ von Naxos auf den Mars transferiert, eh lustig!
Früher war die Aufführung von Oper/Theater an Musik/Text der Erschaffer orientiert, denen der Regisseur diente. Man muss jetzt nicht so radikal sein und sagen, man übermalt ja auch keinen Picasso oder Van Gogh und präsentiert das Zerstörte als Neuinterpretation. Aber längst regie(sie)rt das andere Extrem: Alles, was ohne Nazi-Kübelwagen auf der Bühne und hängende Nackte vom Schnürboden auskommt, ist konsi-fad. So weit, so vorhersehbar.
Aber vielleicht ist das so Vorhergesehene irgendwann auch einmal von gestern. Und dann gibt’s wieder Wagner und Strauss und andere im Original. Bitte, danke.
andreas.schwarz@kurier.at
Kommentare