Enthaltsam
Wer jemals mit Toni Faber zu tun hatte, weiß, was für ein herzensguter, ernsthafter, in den von ihm gelesenen Messen glaubhafter Mensch er ist. Vielleicht ist die Anziehungskraft, die manchen Priestern innewohnt, bei ihm so ausgeprägt, dass er irgendwann nicht mehr umhinkonnte, sein Dasein auch als „Hetero Faber“ zu führen anstatt nur systemimmanente Enthaltsamkeit zu predigen. Ein Geistlicher, der den Zölibat infrage stellt und Weltoffenheit zelebriert – darf das sein und mag Gott das?
Innerkirchlich ist die Faber-Haltung offenbar so umstritten, dass manche froh sein werden, wenn er tatsächlich 2027 mit 65 in Pension geht. Nicht als Priester, aber als Dompfarrer. Wobei das Regelpensionsalter in dieser Branche doch etwas anders gelagert ist und Hacklerregelungen keine Rolle spielen.
Dass man kircheninterne Verpflichtungen nicht ohne Konsequenzen umgehen kann, ist schon klar. Dass sich aber daran nichts ändern wird, solange es nicht mehr mutige irdische Fabers gibt, ist auch ein Faktum. Ebenso wie jenes, dass er unzählige Menschen zur Kirche gebracht hat. Hat wohl gute Gründe.
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