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Die Edukativen

Ob 30er-Zone oder U-Bahn: Der Schritt vom Zeigefinger zum Blockwart ist nicht weit.
Andreas Schwarz

Gehören Sie auch zu jenen Autofahrern, die in der 30er-Zone gerne einmal 38 oder 40 km/h fahren – ich bitt’ Sie, das ist eh langsamlangssam. Aber wehe, es befindet sich ein anderer Lenkradbediener im Rückspiegel: Da werden die 30 eingehalten wie das 1. Gebot („Ich, Gott der Straße“), 29 ist noch besser, soll der da hinten nur zappeln, wozu gibt’s Vorschriften, wenn sich keiner dran hält?

Dieses Edukative bricht aus dem Menschen ja oft heraus: Ein Wenn-Blicke-töten-könnten-Blick in der U-Bahn, wenn der Chihuahua in der Handtasche des Mitreisenden keinen Beißkorb trägt. Oder wenn ein Fahrgast noch in einen Rest Döner beißt („Heast, nix essen in Öffis, gilt auch für di“). Und wer die Mittagsruhe im Kleingarten stört, durch Laubblasen oder Husten, ist überhaupt geliefert.

Der Schritt vom Zeigefinger zum Blockwart ist nicht weit, heissa waren das schöne Corona-Zeiten („Bitte, Herr Inspektor, der Nachbar feiert eine Party, Maske trägt er auch nie“).

Wenn kein Inspektor und kein Nachbar in der Nähe ist, geht’s wieder weiter, mit 38, 40 oder mehr.

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