Kolumnen
08/28/2020

Lieber gesund als positiv

Zwanghaft positiv denken und fühlen kann krank machen. Und es ist hochinfektiös.

von Birgit Braunrath

Für Verwirrung sorgte gestern die Schlagzeile „Coronavirus – Jesolo meldet positiven Sommer“. In einer Welt, in der Positiv das neue Negativ ist und das Wort positiv vor allem dann einen negativen Klang bekommt, wenn es in räumlicher Nähe zum Wort Virus auftaucht, musste man genauer nachlesen, um herauszufinden, ob diese Schlagzeile etwas Positives oder Negatives bedeutet, und, wenn ja, ob das dann gut oder schlecht ist.

Zur Erklärung: Getestet wurden nicht Touristen, sondern nur die Hotelauslastung. Und da schnitt Jesolo vor allem im August extrem gut ab.

Noch negativer wird das Wort positiv derzeit übrigens von Psychologen gesehen. Als „Toxic Positivity“ bezeichnen sie den herrschenden sozialen Zwang zum Dauerstrahlegesicht. Toxisch insofern, als das Leugnen negativer Gefühle dazu führt, dass diese vom Untergrund aus die Stimmung vergiften.

Die Ansteckungsgefahr ist hoch. Lassen Sie sich also nicht von toxisch positiven Menschen infizieren. Denn gesund ist deutlich gesünder als positiv, auch in der Psyche.

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