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Klaus Eckel im Wasserpark: Zweite Klasse bitte!

Der Kabarettist hat im Urlaub nur den Basiseintritt zum Beckenrand-Proletariat.
Klaus Eckel
Three kids having fun sliding in a waterpark

In einem kroatischen Wasserpark reihten mein Sohn und ich uns in die lange Schlange vor dem Adventure Slide ein. Da spazierte ein kleines Mädchen an uns vorbei und zeigte uns wortlos ihr rotes „Fast-Pass“-Band. Das Kind war also ein VIP-Ticket mit Zöpfen. Danach folgten zwei junge Burschen, die überholten noch zügiger und präsentierten allen Anstehenden ihr rotes „Fast-Plus-Pass“-Band.

Ich hatte schon die Befürchtung, gleich folgt ein 130 kg schwerer Bodybuilder mit einem grünen „Ultra-Fast-Pass“-Band. Den müssen wir dann gemeinsam zur Wasserrutschenöffnung tragen. Mein Sohn fragte mich verärgert: „Welche Kategorie sind eigentlich wir?“ „Wir“, antwortete ich, „gehören mit dem Basiseintritt zum Beckenrand-Proletariat. Diese Klasse darf sich ohne Anstellen unter die Fußdesinfektion legen.“

Menschensortierung by Geldbörsel. Man trifft auf sie auch immer häufiger bei Künstlern, die sich selbst als politisch links verorten. Kaum treten sie im Happel-Stadion auf, gibt es das „Golden-Circle-Ticket“, wo man den Schweiß des Sängers noch riechen darf. Dahinter folgt der „Silver-Diamond-Ring“ für alle, die das Konzert zumindest auf der Videowall ohne Fernglas sehen wollen. Die Normalos, die ja leider nur 150 Euro pro Karte zahlen wollen, stehen im Stadion so weit hinten, dass das Echo des ersten Liedes erst bei der Zugabe ankommt. Bald wird es im Verkauf sein, das „Atemluft-Premium-Paket“, damit wir im Stadion denselben Sauerstoff wie der Sänger atmen dürfen. Der größte Hit der Band ist ein sozialkritisches Lied über die Umverteilung „von oben nach unten“, meint aber ganz offensichtlich die vom dritten Rang auf die Bühne. Das ist Karl Marx 2.0: Konzertbesucher aller Länder, vereinigt euch, aber bitte brav getrennt in zugewiesene Preisklassen.

Doch vielleicht gibt es dafür bald bei der Post die Basis-Zustellklasse: „Self-Service-Priority“. Dabei bringt man seinen Brief persönlich zum Empfänger und überweist an die Post nur noch das Porto.

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