Race Walking oder: Popo wackeln allein macht keine Geherin
Olympisches Gehen ist nicht so leicht wie gedaxht (Symbolbild)
Ihrer Kolumnistin tun die Schienbeine weh. Nicht von einem Sturz, sondern vom Gehen. Aber nicht von irgendeinem Gehen, sondern vom olympischen Gehen, international spritziger als race walking bekannt.
Das ist diese Disziplin, die so aussieht, als würden Menschen beim Vorwärtsbewegen einfach lustig die Arme neben dem Rumpf schwingen und den Popo hin- und herschubsen.
Doch weit gefehlt. Hinter Race Walking steckt eine ausgefeilte Technik, die erst einmal erlernt werden muss.
Hier droht eine rote Karte
Bei Bewerben haben Gehrichter nämlich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Blick und können sogar mit einer roten Karte wacheln (wenn auch hier in Form einer Art Kelle), sobald die vorgeschriebene Technik nicht hinhaut. So etwas kennt die Läuferin von Laufveranstaltungen nicht.
Und wie sind nun die Regeln? Knie gestreckt beim Aufsetzen, Ferse trifft zuerst auf und wird fest in den Boden gerammt, dann über den Fußballen abrollen.
Hüftschwung
Schwung aus der Hüfte (nein, mit dem Popo wackeln reicht nicht!), den Oberkörper hoch aufrichten, anfängertaugliche kleine Schritte setzen.
„Du wirst Muskeln spüren, von denen du nicht gewusst hast, dass es sie gibt“, deponiert der Trainer vor Beginn der ersten Einheit, und ja, noch nie taten Ihrer Kolumnistin nach dem Laufen die Schienbeine weh, nach einem Crashkurs im olympischen Gehen aber schon.
Ferse, Knie, Arme – und ein Knoten im Kopf
Vom rauchenden Kopf noch direkt auf der Laufbahn wollen wir hier gar nicht anfangen: Hüfte, Knie, Hand, Ferse ... und sicher noch irgendein Körperteil, das irgendwas tun soll.
Will man das alles wiederholen? – Ja, unbedingt.
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