Vielleicht ist Träumen beim Laufen doch besser

Eine Person tippt auf eine Smartwatch, die eine Herzfrequenz von 75 bpm anzeigt.
Smartwatches und Apps, die Tempo, Sauerstoffzufuhr und Distanzen ständig im Blick haben: Braucht eine Ü-50-Freizeitläuferin das wirklich immer?
Elisabeth Holzer-Ottawa

Elisabeth Holzer-Ottawa

Im Gegensatz zum Ehemann, der beim Laufen allein vor sich hin träumt und dabei von Traktoren oder Ufos verfolgt wird, kann sich Ihre Kolumnistin einfach nicht ohne externe Bespaßung bewegen. Es muss entweder der Kopfhörer mit Hörbuch oder Musik oder das Tratscherl mit einem Laufkumpan dabei sein.

Wohlfühltempo zwischen Faultier und Schnecke

Das Zweitere hat den Vorteil, dass das Tempo automatisch gemächlicher ist, weil verständliches Reden nur bis zur Wohlfühlgeschwindigkeit klappt. Die rangiert bei Ihrer Kolumnistin derzeit irgendwo zwischen Schnecke und Faultier.

Aber sei’s drum. In der Zeit vor Smartphones, Smartwatches oder einer der vielen Apps, die Trainingspläne auf jeden Menschen zuschneiden, der a) entweder seine Daten preisgibt oder b) einiges dafür zahlt – in den meisten Fällen a) und b) zusammen – lief Ihre Kolumnistin einfach nur in Begleitung eines schmalen MP3-Players, der aussah wie ein USB-Stick.

Technischer Schnickschnack

Die erste Smartwatch gesellte sich erst viel später dazu. Das Teilchen hatte immer wieder Probleme, ein GPS-Signal zu empfangen und schaltete sich erst nach frühestens 600 Metern richtig ein.

Und bei Laufveranstaltungen mit vielen solcher Uhren herum war sie völlig verwirrt. Egal war’s auch. Und heute? Hypermoderne Uhr aktivieren, Puls kontrollieren, Kilometerdurchschnitt im Auge behalten und auf der Handy-App nach dem Training checken, ob man beim langen Lauf nur ja nicht in den anaeroben Bereich gerutscht ist.

Ob eine Ü-50-Freizeitsportlerin all den technischen Schnickschnack braucht? Vielleicht macht es der Ehemann ja doch besser, wenn er beim Laufen einfach vor sich hin träumt.

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