Im Lauf der Zeit: Fast so alt wie die Sehenswürdigkeiten
Es sind die schönen Dinge, die uns zum Sport motivieren. Zum Beispiel eine Fußball-Weltmeisterschaft. Die Euphorie, auch wenn sie, was die österreichische Kickerauswahl betrifft, nicht zwingend berechtigt war, treibt einen an, selbst etwas zu unternehmen.
Man schlüpft ins Leiberl der Lieblingsmannschaft und läuft durch die Stadt. Und wenn die Österreicher spielen und man die rote Wäsch’ durch die Gegend chauffieren kann, wird man ja irgendwie auch zum Patrioten. Vor allem, wenn man wie ich gelegentlich durch Wien galoppiert. Ich ziehe sogar die Innenstadt vor, man erlebt immer etwas. Und wenn nicht gerade Radlfahrer mit Fiaker-Kutschern streiten oder sonst etwas in der Erlebniswelt Wean passiert, kann man sich ja die Denkmäler zu Gemüte führen.
Happy Birthday
Und man wird dabei auch sentimental. Beispielsweise, wenn man am heiligen Stephansdom vorbeiläuft, der nun schon seit mehr als 650 Jahren über uns wacht. Oder wenn man die Albertina passiert, auf der ein pinker Hase thront (eine Replika des Originals von Albrecht Dürer) und die ihren 250. Geburtstag feiert.
Man wird auch beim Lauf durch die Herrengasse erinnert, dass das dortige Hochhaus einst das höchste Gebäude Wiens war. Richtige Heimatliebe keimt auch auf, wenn man sich im Museumsquartier ein Bild von der feinen Kulturszene Österreichs machen kann oder durch die Trautsongasse läuft, wo Oskar Werner seine letzten Lebensjahre verbrachte.
Nur eines keimt eben auch auf: Man fühlt sich dadurch noch a bissl älter.
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