INTERVIEW: FRANZOBEL

Franzobel im WM-Fieber: Trump spielt mit

Wenn Politik zur Show wird: Was passiert, wenn Donald Trump die Fußball-WM zur Bühne macht?

Normalerweise ist die WM ein Fest für Fußballfans auf der ganzen Welt. Public Viewing, bemalte Wangen, Party. Diesmal gibt es einen nicht unbeträchtlichen Unsicherheitsfaktor – Donald Trump.  

Dem ist alles zuzutrauen, dass er Grönland überfällt und einen Eisbären heiratet, den Iran zu einem Burger-Lokal erklärt, in Gaza ein Golfressort errichtet, ein KI-Rechenzentrum auf Kuba ... Was verstehe ich schon von Weltpolitik. Ist der Mister Präsident nur ein lautes, aber laues Lüftchen, in dessen Sog ein paar Blätter fallen? Oder ein Sturm, der Bäume entwurzelt und Landstriche devastiert? 

Gewiss wird er auch die WM zu seiner Show machen. Vielleicht fällt ihm ja ein nächster Friedenspreis ein, den er sich selbst verleihen muss? Ob so ein freies Politik-Radikales auch auf die Spiele Einfluss nehmen wird? Trump ist zuzutrauen, dass er Schiedsrichtern, die gegen seine Mannschaft pfeifen, Strafzölle androht – samt ihren Herkunftsländern. Oder er deklariert Fans von gegnerischen Mannschaften als Terroristen und hetzt ihnen den ICE auf den Hals, so er sie überhaupt einreisen lässt. 

Bereits die letzte WM in Katar war von Protesten begleitet, auch diesmal gibt es Boykottandrohungen, aber dazu wird es nicht kommen. Dafür ist das Spektakel ein viel zu großes Business. Fußball war immer politisch. 1934 hat sich der italienische Diktator Mussolini den Titel mit bestochenen Schiedsrichtern erschlichen. Immer wieder gab es den Vorwurf der Manipulation, und längst gilt die Fifa als Hort der Korruption. 


Doch was immer auch passiert, die Begeisterung der Fans ist unverwüstlich. Sie wird sogar einen sich über alle Völkerrechtskonventionen hinwegsetzenden Trump aushalten. Ob das great ist? I don’t know.    

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