Laufen, kämpfen, singen „wie ein Mädchen“: Ja, jederzeit gerne!
Wer was wie gut kann, hängt nicht vom Geschlecht, sondern von Begabung und Ehrgeiz ab.
Er läuft, kämpft, hüpft, singt, weint wie ein Mädchen.
Sätze wie dieser existieren noch immer, werden laut ausgesprochen, transportiert und in Kinderhirne gepflanzt. Wir leben im Jahr 2026 und nach wie vor gibt es Menschen, die nicht kapiert haben, dass „wie ein Mädchen“ keine akzeptable Vergleichsform ist, wenn sie abwertend gemeint ist.
Wir wissen und erleben es alle, dass es Mädchen gibt, die schneller laufen, weiter hüpfen, besser singen und wilder kämpfen als die Buben in ihrem jeweiligen Umfeld. Es ist immer eine Frage der Relationen.
Mitschwimmen und reinpassen
Was soll also diese dumme Beschreibung? Warum wird sie noch bedient? Das hängt wohl damit zusammen, dass diese Schubladen, in die wir Menschen gerne stecken – rosa/blau, schüchtern/wild, Puppen/Autos, lange Haare/kurze Haare –, noch immer stark in unserer Gesellschaft verankert sind. Wer da nicht reinpasst, muss nach wie vor mit blöden Sprüchen, Anfeindungen und Mobbing rechnen. Mitschwimmen, dazu passen und nicht auffallen, lautet offenbar die Devise für ein relativ friktionsfreies Leben.
Keine Bewertungen
Dabei ist es nicht so schwierig: Wir bewerten weder das Aussehen noch die Vorlieben anderer Personen. Was sich nicht innerhalb von drei Minuten ändern lässt, sprechen wir nicht an (die 3-Minuten-Regel). Wir freuen uns an der Vielfalt und den Begabungen der Menschen rund um uns, ganz unabhängig vom Geschlecht. Wenn wir diese Einstellung nur ansatzweise verinnerlichen und umsetzen, tun wir uns alle miteinander viel leichter im Alltag und haben bestimmt mehr schöne Begegnungen.
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