Vorfreude auf das Sommergefühl

Im Gastgarten fühlt sich Kaffeehaus ganz anders an.
Wolfgang Kralicek

Obwohl die Schanigärten seit Corona ganzjährig in Betrieb – und auch bei sehr frischen Temperaturen oft erstaunlich gut besucht – sind, beginnt die Freiluftsaison im Café Kralicek erst jetzt so richtig. Die Stimmung unter den Stammgästen ist ähnlich aufgekratzt wie früher vor den großen Ferien. Damals freuten sie sich auf einen endlosen Sommer, heute auf das ganz andere Kaffeehausgefühl im Gastgarten.

„Ich finde, dass draußen alles besser schmeckt: der Kaffee, das Essen, die Zigarette“, sagt Stammgast Karin. „Irgendwie intensiver, vielleicht, weil die Luft draußen besser ist. Oder vielleicht auch nur, weil man draußen mitten im Leben sitzt.“ Für Raucherinnen (und Raucher) beginnt jetzt sowieso die schönste Zeit im Jahr: Gezwungenermaßen gehen sie zwar auch in der kalten Jahreszeit zum Tschicken raus, aber mit Kaffeehaus-Vibes hat das wenig zu tun. Jetzt aber können sie zum Kaffee und zur Tageszeitung ganz entspannt die eine oder andere Zigarette rauchen, wie früher.

Als Rauchschwaden dazugehörten

Stammgast Kurt möchte zu diesem Thema noch etwas sagen: „Kaffeehäuser waren Lokale, in denen Zigarettenrauch okay war. Nicht einmal Nichtraucher hat es gestört, die Rauchschwaden gehörten irgendwie dazu, und richtige Kaffeehäuser sind ohnedies hoch wie Kirchenschiffe.“ Das werden zwar sicher nicht alle Nichtraucher unterschreiben, aber ganz unrecht hat er nicht.

Der Schanigarten tut aber nicht nur den Rauchern gut. Die einen freuen sich darauf, dass sie ins Café gehen und trotzdem draußen sein können. Und die anderen darüber, dass drinnen jetzt mehr Platz ist.

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