Pecken und Poesie: Ostern im Café
Woran merkt man im Café Kralicek, dass Ostern vor der Tür steht? Beim Standardfrühstück liegt statt des mürben Kipferls eine Osterpinze auf dem Teller. Der Schinken-Käse-Toast ist mit in Rom geweihtem Osterschinken gefüllt. Und man bekommt das weiche Ei gratis, wenn man beim Eierpecken mit dem Ober (dann natürlich mit einem harten Ei!) gewinnt.
Am Ostersonntag verstecken die Kellner für die Stammgäste Schoko-Eier. Beliebte Verstecke: zwischen Salz- und Pfefferstreuer, in der Hutablage der Garderobe, zwischen den Billardkugeln und unter den Zeitungshaltern. Ein Gast hat einmal sogar am Boden seines Wasserglases ein Ei gefunden.
Ein Ostergedicht
Stammgast Arthur, Wiens letzter Kaffeehausliterat, hat aus gegebenem Anlass ein Gedicht verfasst. Auf allgemeinen Wunsch trägt er es laut vor. Es geht so:
Grün ist der Rasen
Dicht ist der Damm
Es jubeln die Hasen
Es lächelt das Lamm
Malt ein buntes Kleid den Eiern
Kommt raus aus den Klostern
Und genießet die Feiern
Euch allen: Frohe Ostern!
Der Chef ist davon so gerührt, dass er Arthur auf ein Essen einlädt. Genau darauf hatte der arme Poet insgeheim spekuliert. Und ließ es sich schmecken.
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