Pecken und Poesie: Ostern im Café

Ostereier für die Stammgäste und ein Ostergedicht für alle.
Wolfgang Kralicek

Woran merkt man im Café Kralicek, dass Ostern vor der Tür steht? Beim Standardfrühstück liegt statt des mürben Kipferls eine Osterpinze auf dem Teller. Der Schinken-Käse-Toast ist mit in Rom geweihtem Osterschinken gefüllt. Und man bekommt das weiche Ei gratis, wenn man beim Eierpecken mit dem Ober (dann natürlich mit einem harten Ei!) gewinnt.

Am Ostersonntag verstecken die Kellner für die Stammgäste Schoko-Eier. Beliebte Verstecke: zwischen Salz- und Pfefferstreuer, in der Hutablage der Garderobe, zwischen den Billardkugeln und unter den Zeitungshaltern. Ein Gast hat einmal sogar am Boden seines Wasserglases ein Ei gefunden.

Ein Ostergedicht

Stammgast Arthur, Wiens letzter Kaffeehausliterat, hat aus gegebenem Anlass ein Gedicht verfasst. Auf allgemeinen Wunsch trägt er es laut vor. Es geht so:

Grün ist der Rasen

Dicht ist der Damm

Es jubeln die Hasen

Es lächelt das Lamm

 

Malt ein buntes Kleid den Eiern

Kommt raus aus den Klostern

Und genießet die Feiern

Euch allen: Frohe Ostern!

Der Chef ist davon so gerührt, dass er Arthur auf ein Essen einlädt. Genau darauf hatte der arme Poet insgeheim spekuliert. Und ließ es sich schmecken.

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