Woran man ein Kaffeehaus erkennt
Im Café Kralicek wird wieder einmal theoretisiert. Es geht um die essenzielle Frage, was der Unterschied zwischen Café und Kaffeehaus ist. „Einerseits gibt es da keinen Unterschied“, sagt Stammgast Konrad. „Ein Kaffeehaus ist immer auch ein Café.“ Nach einer bedeutungsschwangeren Pause fügt er hinzu: „Aber umgekehrt ist nicht gesagt, dass ein Café auch ein Kaffeehaus ist.“
Man sieht schon, die Sache ist komplizierter, als man meinen sollte. Die Frage ist: Was macht ein Kaffeehaus zum Kaffeehaus?
Die Größe? Yes, but no. Zwar sind große, hohe Räume gerade für das klassische Wiener Kaffeehaus charakteristisch. (Das war schon deswegen wichtig, um genug Platz für die enormen Rauchschwaden zu haben, die im Kaffeehaus früher produziert wurden.) Aber Größe ist nicht entscheidend. Auch kleine Cafés – man denke an das alte Salzgries oder, genau: das Kleine Café – können vollwertige Kaffeehäuser sein. Das gilt nicht zuletzt auch für das Café Kralicek, das ja auch kein Riese ist.
Achten Sie auf die Details
Entscheidender sind bestimmte Details. Zum Beispiel, ob Zeitungen aufliegen und wenn ja, welche. Ob die Kellner gut angezogen, aufmerksam und professionell sind. Ob auf der Speisekarte zumindest ein paar Kaffeehausklassiker in guter Qualität stehen. Und ob es auch antialkoholische Getränke gibt.
Wenn eines oder mehrere dieser Kriterien nicht zutreffen, dann handelt es sich bei dem betreffenden Lokal aller Wahrscheinlichkeit nach nicht um ein Kaffeehaus, sondern um ein ganz normales Tschocherl, einen getarnten Branntweiner oder ein Wettcafé.
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