Hochrangige Gäste beim ersten Gemeinschaftsevent von "Rabennest" und "Peace Kitchen"

© Heinz Wagner

Kiku
09/12/2020

Kubideh, ein Reiskuchen und Spareribs - gemeinsam essen

Beim Kochen und Essen kommen d‘ Leut z’amm - so geht Integration: Peace Kitchen und Rabennest grillen miteinander in paradiesischem Garten.

von Heinz Wagner

Hinter einer gar nicht besonders auffälligen Fassade eines Hauses am Rande der Stadt in Wien-Penzing eröffnet sich fast ein Paradies – 2000 m² Garten, fast ein bisschen wild gewachsen, mitten drin ein nicht zu kleiner Fischteich – mit breitem bewachsenen Rand. Eine Finn-Hütte – mit Grillanlage drinnen, Zelte, unterschiedlichste Griller und Smoker.

Hier, im Event-Grillbuffet „Zum Rabennest“ (Hauptstraße 108), fand am ersten Schultag eine besondere kulinarische und menschliche Begegnung statt. Rabennest und „Peace Kitchen“, ein Lokal in der Maragretner Pilgramgasse 18, das sich von Beginn an (Ostern 2019) dem friedlichen Zusammentreffen beim Essen zwischen Morgen- und Abendland verschrieben hat, luden zum gemeinsamen Grillen, Essen, Reden.

Unter Anleitung von Fatimeh aus der „Friedens-Küche“ bereiteten junge Helfer, einige vor rund fünf Jahren auf der Flucht aus Afghanistan in Österreich gelandet, Fleisch- und Gemüse-Spieße zu – Kubideh: Halb Kalb-, halb Lammfleisch – natürlich mit Zwiebeln, Pfeffer und anderen Gewürzen gemischt. In Töpfen und einem Reiskocher werden drei verschiedene Sorten zubereitet – eine Art Reiskuchen, einer mir Rosinen, Karotten, Lammfleisch und Gewürzen. Vieles was hier zubereitet wurde, hat das Team der Peace-Kitchen schon im eigenen Lokal vorbereitet, federführend mitorganisiert von Nadia Bamyani.

An anderer Stelle sorgen die „Rabennest“-Eigner Gabi und Peter Ullrich bei Schweinsripperln „Spareribs“ und geräuchert Hühnerhaxen im Smoker für die letzten Handgriffe. Das „Federvieh“ – natürlich längst ohne dieses „Kleid“ war zuvor recht lange vorbereitet worden: Zwei Tage in einer Brinne – einer Kochsalzlösung mit Kräutern – die ein Zu-Tode-grillen verunmöglicht, wie der leidenschaftliche Koch dem Kinder-KURIER erklärt. Das Ehepaar kommt aus der EDV-Branche, sie sattelte spät auf Informatik-Lehrerin um.

Auch ihnen gehen beim Kochen, grillen, dem Servieren von Getränken und nicht zuletzt der Pflege des Gartens Geflüchtete aus Afghanistan zur Hand. Und das ging über eine 2015 in einer ehemaligen Pension eingerichtete Flüchtlingsunterkunft in Unterhautzental in der Marktgemeinde Sierndorf. Alfred Collmann hatte den Peace-Kitchen-„Vater“ Ehsan Bamyani bei einer Veranstaltung von „Menschen.Würde.Österreich“ kennengelernt. Noch mehr als von den Speisen, die er als Caterer bei dieser Veranstaltung anbot, war er von der Idee der kulinarischen Brücke aus dem Orient bis nach Wien angetan – und brachte die Peace-Kitchen und das Rabennest zusammen.

Bei der ersten großen gemeinsamen Aktion kamen Vertreter der afghanischen Botschaft ebenso wie die Vorsteherin des 14. Bezirks, Michaela Schüchner, Jugend-, Bildungs- und Integationsstadtrat Jürgen Czenrnohorszky, der Gastro-Fachgruppenobmann der Wirtschaftskammer, Peter Dobcak oder die Obfrau der Asylkoordination, Anny Knapp – und zahlreiche andere in diesem Bereich engagierte Menschen.

In den Reden verweisen alle auf dieses – als „nur“ eines von vielen gelungenen Beispielen von Integration als Bereicherung, aber auch darauf, dass der Gegenwind leider viel stärker geworden ist. Was sie mit der Hoffnung verbanden, dass gerade gemeinsames Kochen, Essen und miteinander Reden statt übereinander Schimpfen, Hetzen und Auseinanderdividieren so manche Vorurteile überwinden könnte.

Das gemeinsame Essen und die Gespräche wurden musikalisch untermalt – von Javad Zavar und Peyman Amiri von der Band Sazesh (Kompromiss).

 

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Diplomarbeit

Atila Bamyani, Sohn des „Peacekitchen“-Erfinders Ehsan, hat übrigens dieses Jahr seine HAK-Matura absolviert. Gemeinsam mit Tim Luca Zimmermann, Nikita Savytska und Sandra Fornalczyk hatte er seine Diplomarbeit über dieses Lokal geschrieben: Überlegungen zur Vitalisierung eines Gastronomiebetriebes am Beispiel von Peace Kitchen. Da konnten die – für alle Gastrobetriebe äußerst schwierige Corona-Phase noch nicht berücksichtigt werden.

Peacekitchen.at

Zum Rabennest

MWOE

Asyl.at

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