Johannes Glück und Aida Loos in "GlücksLoos"

© Maria Altmann

Kiku
01/09/2019

Hartes-, Glücks- nun FilterLoos

Aida Loos arbeitet nun – nach Duo-Auftritten mit Johannes Glück – an ihrem dritten Solo-Programm. Premiere im Theater Akzent - im März 2019.

„Das Smartphone ist das Tschick-Packerl unserer Zeit“, destilliert die Kabarettistin Aida Loos die Quintessenz aus der Fülle an Material, das sie für ihr neues, drittes Solo-Programm „Filterloos“ (ge)sammelt (hat). Die Premiere spielt sie am 22. März im Theater Akzent (Infos unten).

„Ausgeplaudert“ hat die Künstlerin dies gegenüber dem KURIER am Rande ihres Duo-Auftritts mit Johannes Glück. Als „Glücks-Loos“ spielen und singen die beiden einen satirischen Liederabend, zuletzt in der Edenbar bzw. im CasaNova. Ausgangspunkt für diese Duo-Abende war einer der ersten Auftritte von Aida Loos im Rahmen eines Abends mehrerer Kabarattist_innen mit dem was so „schön“ Migrationshintergrund heißt. Da hatte sie einen der bekannten, oft witzig-bösen Songs von Cissy Kraner und Hugo Wiener zum Besten gegeben: „Wie man eine Torte macht“.

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Darf ich dein Hugo Wiener sein?

Nach dem Programm stellte sich der Schauspieler und Sänger Johannes Glück bei ihr vor und fragte sinngemäß: „Darf ich dein Hugo Wiener sein?“ Ein bisschen vom Spirit des genannten, berühmten Duos angeregt, entwickelten beide ein abendfüllendes Programm. Vor allem aber entwickelten die beiden so manche Lieder in einem daran angelehnten Stil selber, der genannte Song darf natürlich auch nicht fehlen, dazu kommen noch Klassiker von Georg Kreisler und weitere von zeitgenössischen Autoren, u. a. Glücks Kompagnon im Duo „Zwa Voitrottln“. Das 13 Lieder umfassende Programm gibt’s auch auf CD – da fehlt allerdings das Live-Erlebnis der beiden, das auch von dazwischen erzählten Gschichtln und dem mitunter einander neckenden Interagieren von Glück und Loos so manchen Lachsturm auslöst.

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FilterLoos

„Hartes Loos“, „Achtung, fertig, Loos!“, „GlücksLoos“ und nun „FilterLoos“ – nein den Künstlerinnen-Namen Loos hat sich Aida, geborene Hossein, nicht wegen der Wortspiele für die Titel ihrer Programme gesucht. Der Architekt Adolf Loos war’s, der sie zur Namenswahl inspirierte, wie sie schon vor fünf Jahren in einem Interview mit dem KiKu, erzählte. „Aus wenig Raum viel rausholen, aus wenig viel machen“ – dieses Prinzip von Loos war’s.

Und „FilterLoos“ geht einerseits darauf zurück, dass sie mit dem Rauchen aufgehört hat. Den Tschick abgeschworen hat die vormalige Kettenraucherin vor ein paar Monaten. „Ich weiß noch, es war im Juni an einem Tag um 14.30 Uhr da hab ich bei einer Zigarette totale Panik gehabt, ich müsste sterben. Als sie ihren Entschluss kundtat, hörte auch der Ehemann und Manager auf. „Doch irgendwann bin ich fast rückfällig geworden. Aber dann gab’s drei Mal Ereignisse, die ich in Summe als Zeichen gesehen habe: Ich bin zur Tankstelle, um Zigaretten zu kaufen, hatte kein Geld dabei. Beim zweiten Mal hat die Bankomatkarte nicht funktioniert und beim dritten Mal hing ein Zettel dort, dass von 22.15 bis 22.45 der Shop zu ist, ich war um 22.17 dort. Irgendwie war das fast kosmisch, als ob mein Vater, der viel geraucht hat und früh gestorben ist von oben warnen würde.“

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Nicht nur bei Tschick

Filter verbindet Aida Loos nicht nur mit Zigaretten. „Die ganzen Filter auf Instagram und in anderen sozialen Netzwerken, die über Fotos drübergelegt werden, damit alles schöner ausschaut als es ist, sind ja alles Lügen. Das Kabarett will ja das Gegenteil, Lügen entlarven, das Pure herausschälen“, bringt sie den Kern der Botschaft dieser Filter auf den Punkt. Die sie sicher in ihrer bewährten witzig-pointierten Art, hin und wiedermit Sickerwirkung vermitteln wird.

Von den besagten Filtern ausgehend nimmt die Künstlerin einen weiteren Aspekt der SmartPhonie aufs Korn, die Sucht. „Wenn du nur mehr 1 % Akku hast, ist es fast wie wenn du nikotinabhängig bist und den letzten Tschick rauchst. Vielleicht werden aber in 40 Jahren Menschen genauso den Kopf schütteln, wenn sie Videos davon sehen wie wir heute, wenn wir in Filmen sehen, wie Leute mit Kindern im Restaurant oder im Auto voll gequalmt haben.“

Darüber hinaus kündigt Aida Loos im KiKu-Gespräch noch weitere Themen an, die im dritten Solo-Programm für Lacher sorgen werden, die vielleicht nichts mit den beiden Filtern zu tun haben: Vom Leben im Moment, dem „selbst sein sollen“ sowie interkulturellen Beziehungen – mit dem einen oder anderen Schuss verbaler Sexualität gewürzt, wie es in den meisten ihrer Programme nicht fehlen darf.

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Infos: Was, wann, wo?

FilterLoos
Premiere: 22. März 2019
Theater Akzent: 1040 Wien, Theresianumgasse 18
Theater Akzent - FilterLoos

Weiterer Termine:
www.aidaloos.com