Finale

Die Woche im Rückblick.
Michael Hufnagl

Es gibt Momente größter Dankbarkeit.

von Michael Hufnagl

über die Woche im Rückblick

Es gibt Momente größter Dankbarkeit. Etwa dann, wenn ein Volk einen Wahlkampf überstanden hat. Morgen ist es endlich so weit. Morgen dürfen – wie es das Schicksal will, nahezu gleichzeitig mit dem Oktoberfest – 6,384 Millionen österreichische Menschen auf Kreuz-Zug gehen und Fakten schaffen.

Wie notwendig der Tag der Entscheidung ist, hat nicht zuletzt das Stimmenfang-Finale nachdrücklich bewiesen. Wenn nicht mehr in Erinnerung bleibt ...

... als eine Innenministerin, deren demokratiepolitische Logik lautet: „Jede Stimme für eine Kleinpartei ist eine verlorene oder eine für den Linksruck“;

... als ein Führerlein, das ohne loszuprusten das Wort „Kanzleranspruch“ im Zusammenhang mit sich selbst sagen kann. Und das vermutlich gar nicht weiß, dass sein Sprechgesang mit der Dichtkunst auf Unterstufen-Niveau mit Rap so viel gemeinsam hat, wie H. C. S. mit einer Kulturnation;

... als ein Bundeskanzler, der ein Auto schiebt, zugibt, ein mieser Eisläufer zu sein und sich für gerechte Löhne von Friseurinnen engagiert;

... als ein Vizekanzler, der keine Wuchtel schiebt, zugibt, eine Entscheidungsprüfung in Darstellender Geometrie gehabt zu haben und beim Fototermin mit Boxer Vitali Klitschko unbedingt nicht so aussehen will, als wäre er schon angezählt;

... als ein Seppi, der sein Heil am Ende auch noch in der Witz-Offensive sucht und Sachen sagt wie „Nationalpark Hohe Steuern“ oder „Ich bin die lebende Freiheitsstatue Österreichs“;

... als ein Milliardär, der im Wissen, dass seine Auftritte von Hohn bis Spott alles bringen, nur sicher keinen Wählerzuwachs, plötzlich auf die Öffentlichkeit und seine Milchmädchen-Parolen verzichtet;

... als eine Milliardär-Stellvertreterin, die den garantiert schönsten Satz der gesamten Wahlkampfzeit formulierte: „Das kann sich Frau Merkel nicht so sehr auf die Federn schmücken“.

Begegnungszone

Wer das hört, mag meinen, Neos, Piraten & KPÖ hätten es leicht, statt TS (Team Spooky) den Nationalrat zu erobern. In einem Land, dessen mit Abstand meistdiskutiertes Wahlkampf-Thema war, ob das mit der Begegnungszone in der Mariahilfer Straße eine gute Idee ist.

Da passen so manche rot-weiß-rote G’schichterln abseits der Politik bestens dazu. Zum Beispiel, ...

... dass 22.870 Menschen (absolute Mehrheit) dafür gestimmt haben, Schönbrunns Baby-Elefanten nach einem TAN-Code, nämlich „Iqhwa“, zu benennen;

... dass die Malerin Dina Larot ein Gemälde der nackten Christina Lugner anfertigte, und Heute die Story so begann: „Wer immer schon wissen wollte, wie Frau Maus unten drunter aussieht ...“ Als würde uns nicht sogar das mikroskopische Standbild einer Hirnzelle mehr interessieren;

... dass zehn Fußballer aus Kalsdorf (bei Graz, wie wir jetzt wissen) noch immer zu stark für die elf Fußballer von Austria Wien waren, weshalb Österreichs Cupbewerb fortan ohne Champions-League-Starter auskommen muss.

Eine Frohbotschaft zum Schluss: Österreichs Winzer melden, dass sie für 2013 ein überdurchschnittlich gutes Weinjahr erwarten, Qualität und Ertrag betreffend. Was heißt: Du Österreich, wähle am Sonntag, was du willst – das wunderbare Achterl Veltliner wird auch in Zukunft mit uns sein.

Michael Hufnagl auf Twitter

Zitate der Woche:

Zwei Männer und eine Frau sitzen an einem Tisch vor dem Schriftzug „Konfrontation“.

ORF-TV-KONFRONTATION ZUR NR-WAHL 2013: FAYMANN/THU
Ein Mann mit grau meliertem Haar lächelt in die Kamera.

ORF-TV-KONFRONTATION ZUR NR-WAHL 2013: FAYMANN/SPI
Ein lächelnder Mann mit grauen Haaren und Anzug vor einem unscharfen Hintergrund.

ORF-TV-KONFRONTATION ZUR NR-WAHL 2013: FAYMANN
Drei Personen sitzen an einem Tisch während einer Fernsehdebatte zur „Wahl 13“-Konfrontation.

ORF-TV-KONFRONTATION ZUR NR-WAHL 2013: FAYMANN/THU
Zwei Männer in Anzügen klatschen Beifall.

LANDTAGSWAHL IN SALZBURG: WAHLFEIER ÖVP/HASLAUER/S
Mehrere Personen sitzen in einem gestuften Auditorium und unterhalten sich.

APA/ROBERT JAEGERAPA5968936-2 - 23112011 - WIEN - ÖSTERREICH: ZU APA-TEXT II - Die bisherigen Parteichefs der Grünen (v.l.) Peter Pilz, Freda Meissner-Blau, Andreas Wabl, Madeleine Petrovic, Eva Glawischnig, Thomas Chorherr, Alexander Van der Bellen und
Ein Mann in einem dunklen Anzug gestikuliert mit dem Finger nach oben.

Austrian Green Party's Kogler makes a speech durin
Ein Mann mit Brille gestikuliert vor einem orangefarbenen Hintergrund.

BZÖ-Chef Josef Bucher. APA/Oczeret
Zuschauer, darunter ein älterer Mann mit Brille und eine blonde Frau, schauen aufmerksam zu.

SK Sturm vs. SK Rapid
Heinz-Christian Strache und ein weiterer Mann lächeln vor dem Wiener Parlament.

ORF-TV-KONFRONTATION ZUR NR-WAHL 2013: STRONACH /
Ein älterer Mann steht barfuß an einem See mit Sandstrand und lacht.

Frank Stronach
Ein Mann mit Schnurrbart denkt nach, die Hand vor dem Mund.

PK - WIENER VOLKSBEFRAGUNG: HÄUPL
Ein Mann vor einem Logo der FPÖ mit der Hand am Kinn.

PK FPÖ "POLITIK DER NÄCHSTENLIEBE": STRACHE
Ein Mann mit Schutzhelm und Warnweste schaut aus einer großen Röhre.

APA/FRANZ NEUMAYRAPA4163727-2 - 26052011 - KAPRUN - ÖSTERREICH: ZU APA-TEXT II - BZÖ-Obmann Josef Bucher während Besi Besicng deftwerks Kaprun imun im Rahmen der BZÖ-214;-Klubklausur am Donnerstag, 26. Mai 2011, in Kaprun. APA-FOTO: FRANZ NEUMAYR

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