94-Jährige lag drei Wochen tot in Heim

Oberwart: Die Frau war eines natürlichen Todes gestorben - ihr Fehlen fiel niemandem auf.

Tragischer Todesfall in einem Seniorenheim in Oberwart: Wie erst jetzt bekannt wurde, lag die 94-jährige Irene W. aus Kohfidisch im Bezirk Oberwart seit rund drei Wochen tot in ihrer Wohnung, ehe die Leiche am vergangenen Mittwoch entdeckt wurde. Die Seniorin hatte seit einigen Jahren im Bezirksvorort in einem Haus für betreutes Wohnen gelebt, das die Diakonie Oberwart anbietet.

Keine Anzeige

„Es war eine natürliche Todesursache, wir haben zwar die Staatsanwaltschaft Eisenstadt verständigt, von dort aber keine weiteren Aufträge erhalten. Für uns ist die Sache damit erledigt, es wird keine Anzeige geben“, hieß es Samstagnachmittag bei der Polizei Oberwart.

Notbegräbnis

„Die Feuerwehr konnte nur mit Atemschutz in die Wohnung und wir mussten sofort ein Notbegräbnis veranlassen“, beschreibt der Oberwarter Bürgermeister Georg Rosner (ÖVP). Die Stadt ist Generalmieter des Hauses, hat das Zuweisungsrecht und übernimmt eine Ausfallshaftung für die Mieten. Eigentümer des Hauses ist die Wohnbaugenossenschaft OSG. Hans Sepp Böhm von der Diakonie Oberwart sieht kein Versäumnis. Die Frau hätte keine Betreuung in Anspruch nehmen wollen, habe auch keine Aufräumerin in die Wohnung gelassen und das Essen von einem Oberwarter Lokal bezogen.

Wie man hört, soll die betagte Dame leicht dement gewesen sein und den Kontakt zu Mitbewohnern vermieden haben. Man könne die Bewohner nicht „komplett kontrollieren“, dennoch stimme ihn dieser Fall „nachdenklich“ und man werde Gespräche mit Stadt und OSG führen, sagte Böhm. Irene W. stammte aus dem Südburgenland, war in Deutschland verheiratet und kehrte später in ihre Heimat zurück. Angehörige hatte sie offenbar keine.

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