Aufschlussreich: Wie verändert sich das Verhältnis von Hals, Kopf und Rumpf bei Bewegung.

© Kurier/Jeff Mangione

Gesund
06/11/2019

Wenn das Knie schmerzt, aber die Schulter daran schuld ist

Die Alexander-Technik geht einem gesundheitlichen Problem unkonventionell auf den Grund. Man muss sich nur daruf einlassen

Das Verhältnis zwischen Hals, Kopf und Rumpf – das ist das Erste, was  Alexander-Pädagoge Herbert Steger bei seinem Klienten Steve in Augenschein nimmt. Diese Region gibt einen Eindruck, wie es um die Stabilität und Beweglichkeit bestellt ist.

Steve ist eigentlich wegen Knieproblemen gekommen, aber darum scheint es erst mal nicht zu gehen, vielmehr tastet sich Steger mit den Händen langsam an das Schmerzzentrum heran.

Mit leichteren oder stärkeren  Berührungen gibt er feinste Impulse an den Körper, damit der Klient merkt, wo es falsch läuft. „Die Technik ist keine Behandlung im eigentlichen Sinn, es ist eine Lehrmethode“, betont Steger.

F.M. Alexander-Technik

Auch richtiges Aufstehen will gelernt sein. Auch dabei ist die Haltung des Kopfes wichtig

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Der Alexander-Pädagoge ist ständig im Kontakt mit dem Klienten. Bewegungsabläufe werden neu aufgesetzt

F.M. Alexander-Technik

Bewegungsabläufe werden neue gelernt. Steger setzt Impulse und leistet Hilfestellung

F.M. Alexander-Technik

Wie bewegen wir unseren Kopf bei Bewegung, wie ist das Verhältnis zwischen Kopf, Hals und Rumpf?

Der Lehrstoff ist der alltägliche Umgang mit der eigenen Spannung. So kann die Ursache für Knieschmerzen  durchaus in einer anderen Körperregion angesiedelt sein und Steger begibt sich in den Sitzungen auf Ursachenforschung.
Oft ist es die falsche Haltung, die Probleme auslöst, und diese lernt der „Schüler“ in Eigenverantwortung zu korrigieren.

Die Technik versteht sich als eine ganzheitliche Methode zur Harmonisierung und Dynamisierung  von Bewegungs- und Verhaltensmustern. „Sie  ist eine Möglichkeit, mit Beschwerden besser umzugehen, indem man ihnen gegenüber eine Gelassenheit entwickelt“, so Steger.

Das kommt unter anderem  Migränepatienten zugute, denn sie können mit der  erlernten Technik die Angst vor der Attacke und die damit verbundenen Spannungszustände besser in den Griff bekommen, was für Betroffene oft eine große Erleichterung ist. Die Erfolge stellen sich allerdings nicht über Nacht ein, denn nachhaltige Veränderung braucht immer ihre Zeit.

Weitere Infos:

Eine Sitzung dauert 60 bis 75 Minuten. Die Häufigkeit richtet sich nach Bedarf. Man braucht bequeme Kleidung.  e-mail: herbert.steger@gmx.at

www.alexander-technik.at

Frederick M. Alexander wurde 1869 in Tasmanien geboren. Er war Schauspieler und Rezitator.  Als er Stimmprobleme bekam, stellte er durch Selbstbeobachtung fest,  dass unbewusste Verhaltensmuster die gesunde Funktion der neuromuskulären Koordination, auch der Atmung   stören können.  Er erkannte, dass eine aufrechte, zugleich entspannte und nicht anstrengende Körperhaltung eine positive Wirkung auf somatische, psychische und mentale Funktionen hat. Ab 1931 begann Alexander, die Prinzipien der Technik zu lehren, die sich so immer weiter verbreitete.  Insgesamt beschrieb er in vier Büchern die Technik. 1955 verstarb er in London.

 

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