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Genuss
08/02/2019

Echt jetzt? Lieferboten naschen von unseren Essens-Bestellungen

Laut einer aktuellen Umfrage unter US-Lieferservices stibitzt sich jeder vierte Lieferbote etwas von unserem bestellten Essen.

von Anita Kattinger

Bei der Pizza würde es auffallen, wenn ein Stück fehlt. Aber würde es auffallen, wenn drei Stück Tacos geliefert werden statt vier? Wohl eher nicht. Laut einer aktuellen Umfrage unter US-Lieferboten nascht mehr als ein Viertel von den Mahlzeiten, die sie zustellen müssen.

Zudem ist es für die befragten Lieferboten ziemlich schwer, Essen auszuliefern, wenn sie hungrig sind: Mehr als die Hälfte der 497 Zusteller sagt, dass der eigene Hunger sie schon oft in Versuchung gebracht hat.

Die größte Frustration unter Zustellern löst offenbar aus, wenn sie kein oder ein geringes Trinkgeld bekommen. Laut den Daten des Unternehmens, das die Umfrage bezahlte, geben mittlerweile 63 Prozent der spendablen Konsumenten das Trinkgeld via App, über die sie bestellten. 27 Prozent zahlten das Trinkgeld bar.

Ironie am Rande: Wie CBS News berichtet, wurde die Umfrage von U.S. Foods, selbst ein Lieferservice-Unternehmen, in Auftrag gegeben.

Weltweiter erster Kollektivvertrag für Fahrradzusteller in Österreich

In den USA leben Lieferboten oft am Existenzminimum. In Österreich verhandeln derzeit Gewerkschaft und Arbeitgeber einen eigenen Kollektivvertrag (KV) für Fahrradboten. Es handle sich dabei um den weltweit ersten KV in dieser Branche, dieser soll bis Herbst stehen. Der Großteil der Zusteller ist nämlich nach wie vor in einem freien Dienstverhältnis. Darüber hinaus gibt es auch selbstständige Fahrer.

Angestrebt wird ein Gehaltsmodell mit fixen Gehältern, die nicht unter 1.500 Euro brutto im Monat liegen sollen. In den kommenden Monaten sollen offene Fragen wie die Abgeltung von Sonntags- und Abend- bzw. Nachtarbeit sowie Zuschläge für Fahrer und Fahrerinnen, die ihr eigenes Equipment verwenden, geklärt werden.