Zwei bunte Agaporniden sitzen auf einem Ast.
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Neuer Online-Test und Tipps: Damit es Papageienvögeln gut geht

Ein Fragebogen der Vetmeduni Wien soll helfen, das Befinden von Vögeln daheim zu bewerten. Der KURIER-Tiercoach kennt die schwierigen Patienten.

Stammt der Vogel aus dem Tierschutz oder aus dem Fachhandel? Ist sein Federkleid zerzaust oder glänzt es? Wie viel Platz hat der Überflieger im Käfig? Wie viel Spielzeug? Welches Futter kommt in den Napf? Lebt er in Einzelhaltung oder in Gesellschaft? Vier Jahre lang haben Forschende unter Beteiligung der Vetmeduni Wien 75 Fragen zur Haltung von Papageien ausgearbeitet. Nun lässt deren Beantwortung Rückschlüsse auf das Wohlbefinden der gefiederten Haustiere zu. Gleichzeitig versucht „PsittaWel“, das Bewusstsein für die Bedürfnisse von Agaporniden über Keas bis zum Sittich zu schärfen.

Ziervögel versuchen, ihre Leiden zu verbergen

„Vögel sind schwierig zu durchschauen“, sagt Zoodoc Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach erklärt, warum Papageien keine einfachen Patienten sind und woran sie am häufigsten erkranken.

„Auch wenn die Vögel in menschlicher Obhut Zuchtformen sind, steckt noch viel Wildtier in ihnen“, sagt Reitl. Wer in der rauen Natur überleben will, verbirgt nach Möglichkeit körperliche Probleme; angeschlagene Tiere sind willkommene Beute. 

Beobachten und Videoaufnahmen helfen bei der Diagnose

Halter müssen ihre Schützlinge daher gut kennen, um Veränderungen frühzeitig zu bemerken. Dem Veterinärmediziner versucht sich der gestresste Patient erst recht gesund zu präsentieren. Sitzt er in der Praxis aufgeplustert auf der Stange, ist das Leid bereits sehr groß.

„Ich rate Haltern, Fotos oder Videos von zuhause mitzubringen. Daheim kann sich der Vogel nicht immer verstellen“, sagt die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn. Es helfe auch, wenn Papageien an die Transportbox (am besten vorne mit Gitterfenster zum Hineinschauen, hinten mit Tür zum Hineingreifen) sowie an die Medikamenteneingabe gewöhnt sind. Beides reduziert den Stress – bei Vogel wie bei Halter.

„Die Vogelmedizin hat große Fortschritte gemacht. Diagnosen haben sich deutlich verbessert, zielgerichtete Therapien stehen zur Verfügung“, sagt Reitl. Eine Blutabnahme zur Abklärung des roten und weißen Blutbildes sowie der Organwerte ist ab Wellensittichgröße möglich, ebenso wie die Testung auf Infektionserreger. Herz und Leber können mittels Ultraschall untersucht werden. CT-Scans, die detailliert Aufschluss über Veränderungen der Luftsäcke, Knochen und Gelenke, aber auch der inneren Organe geben, sind schon länger machbar. 

Diagnose und Therapien der Vogelmedizin haben große Fortschritte gemacht

Jeder Haustierhalter ist aufgerufen, rechtzeitig Geld für Notfälle zu sparen. Gerade für langlebige Arten braucht es genügend Rücklagen. Große Aras und Kakadus werden mitunter mehr als 60 Jahre alt.

Verletzungen machen den größten Teil der Probleme aus“, sagt der Zoodoc. Auch Kropfentzündungen und Pilzinfektionen sind häufig. Weibchen leiden an Legenot, Männchen an Hodentumoren. „PsittaWel“ freilich fragt nicht nur Symptome ab. 

Der Online-Fragebogen will vielmehr dazu beitragen, den Papageienvögeln „das bestmögliche Leben zu ermöglichen“.

KURIER Tiercoach

Der KURIER-Tiercoach Frau Dr. Katharina Reitl aus der Tierärztlichen Ordination Tiergarten Schönbrunn gibt exklusiv für den KURIER regelmäßig Tipps zur Haustierhaltung.

Hedwig Derka

Über Hedwig Derka

Hedwig Derka, geboren 1966 in Wien, seit 1996 Redakteurin beim KURIER. Spezialgebiet: Tiere. Lieblingsthemen: Wissenschaft und nutzloses Wissen. Lieblingsbeschäftigung außer Dienst: Meine kleine und große Familie. Noch Fragen? Interessante Geschichten? Nutzloses Wissen? eMail an mich: hedwig.derka@kurier.at

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