Faschingstrends: Überraschender Kostüm-Oldie ist der Renner
Addams Family und Co. sind Konfetti von gestern, 2026 zeigt sich der Fasching von seiner animalischen Kostüm-Seite. Auch Klassiker feiern ein Revival.
Für viele ist der Fasching ein Fixpunkt im Kalender und damit auch die Frage, welches Kostüm getragen werden soll. Auch wenn in Wien im Vergleich zu vielen westlichen Bundesländern traditionell weniger gefeiert wird, nimmt der Eventcharakter des Faschings stetig zu, sagt Margarete Gumprecht, Obfrau des Wiener Handels.
Kostüme werden mutiger
"Die Nachfrage nach Faschingsartikeln sowie Verkleidungen und Dekoration ist heuer ungebrochen", sagt Gumprecht. Vor allem jüngere Erwachsene hätten den Fasching wieder für sich entdeckt – die nachgefragten Outfits seien mutiger, auffälliger und individueller.
"Mehr ist mehr"
"Viele kommen mit einer ersten Idee ins Geschäft und lassen sich von der großen Auswahl inspirieren. Die persönliche Beratung spielt dabei eine zentrale Rolle. Oft wird vor Ort ausprobiert, kombiniert und erst dann entschieden."
Das Motto heuer sei "Mehr ist mehr". Viele investieren in Schminke und Details wie Glitzer, Strasssteine, Gesichtstattoos und Make-up-Schablonen, mit denen einfache Outfits aufgewertet werden können.
Ein KURIER-Rundruf unter Wiener Händlern zeigt, welche Kostüme besonders gefragt sind. Beim Faschingsprinz im 2. Bezirk stehen etwa Retro- und Vintage-Kostüme aus den 1920er- und 1970er-Jahren hoch im Kurs.
Überraschungs-Comeback
Aber auch ein berühmtes Duo, das seit 1959 sein Unwesen – erst in Comics, dann auch in Filmen – treibt, wird wieder häufiger nachgefragt. Die unbeugsamen Gallier Asterix und Obelix sind wieder voll da und laufen Trendkostümen der vergangenen Jahre wie Barbie & Ken oder der Addams Family den Rang ab.
Klassische Kostüme sind generell wieder stark da und gleichermaßen beliebt:
- Matrose
- Kapitän
- Clown
- Pirat
Ganzkörper-Tierkostüme
Beim Partyshop K+K Domgasse in der Wiener Innenstadt gehen ebenso Glitzersakkos und Charleston-Kostüme gut. Aber auch lustige und auffällige Tierverkleidungen wie Hai, Löwe oder Giraffe, gerne als Ganzkörper-Overall, werden nachgefragt.
Bei Kindern ein Kostüm-Hit: Berufe wie Feuerwehrmann.
©Getty Images/kaz_c/iStockphotoKostüm-Klassiker, persönlich interpretiert
Öfter als erwartet wird in der Domgasse heuer das Cowboy-Kostüm für Erwachsene verkauft. Generell werden klassische Kostüme wie Clown, Zauberer, Pirat oder Zirkusfiguren aber zunehmend individuell interpretiert und mit besonderen Accessoires aufgewertet oder humorvoll als Paar- und Gruppenkostüm getragen.
Bestimmte Helden aus Film und Fernsehen tun sich heuer nicht hervor. Nachgelassen habe die Nachfrage nach Kostümen von Mitgliedern der Addams Family, die vor allem zu Halloween durch die Netflix-Serie "Wednesday" angetrieben wurde.
Immer häufiger sieht man aufblasbare Kostüme, die überwiegend online gekauft werden und ein witziger Hingucker sind, etwa Super Mario auf Yoshi aus der Nintendo-Welt oder eine überdimensionale Kuh.
Kinder wollen Polizisten, Vampire und Feuerwehrleute sein
Die Hits bei Kindern:
- Prinzessin
- Superheld
- Vampirin
- Ninja
- Clown
- sowie traditionelle Berufe wie Polizist und Feuerwehrmann
Nach wie vor Verkaufsschlager bei jüngeren Kindern sind Anna und Elsa aus dem beliebten Disney-Film "Frozen", ebenso Figuren aus den Filmen "Zoomania", Hexen im Stil von "Wicked" (auch für Erwachsene) und die Dämonenjägerinnen aus dem Film "K-Pop Demon Hunters" mit auffälligen Perücken.
Ein bestimmtes Kostüm aus Film und Fernsehen sticht aber nicht heraus, heißt es bei Witte-Kostüme auf der Wienzeile.
Gefährliche Billigkostüme
Gerade wenn man Outfits nur für den einmaligen Gebrauch kauft, ist es verlockend, bei einem Billiganbieter zu bestellen. Mit dem Preis sinkt aber nicht nur die Qualität der Ware, das Kostüm kann auch gefährlich sein.
Mitte Jänner wurden mehrere Faschingskostüme für Kinder von Temu aus dem Sortiment genommen. Eltern wurde geraten, die Kostüme zu vernichten. Bei einem Hexenkostüm für Drei- bis Zehnjährige bestand Verbrennungsgefahr. "Tests haben ergeben, dass sich die Flammen auf dem violetten Stoff des Hutes mit einer Geschwindigkeit von mehr als 10 mm/s ausbreiten", schrieb der Hersteller.
Bei einem Piratenkostüm für Buben entsprachen Zierbänder am Rückenteil nicht den Sicherheitsvorschriften für Kinderkleidung. Dadurch stieg die Gefahr von Strangulation und Einklemmen.
Immer wieder ergeben Tests auch, dass Billigprodukte von chinesischen Online-Händlern wie Temu oder Shein stark mit Chemikalien belastet und deshalb potenziell krebserregend oder anderweitig gesundheitsschädlich sind.
Wirtschaftsfaktor Fasching
Die "fünfte Jahreszeit" liegt zunehmend mehr im Trend. "Heuer besuchen mehr Österreicherinnen und Österreicher als im Vorjahr Faschingsfeste, gleichzeitig wird pro Kopf auch um neun Prozent mehr für Faschingsbedarf ausgegeben", sagt der Handelsverbandschef Rainer Will.
Fast jeder Zweite (44 Prozent) wird am Aschermittwoch zumindest eine Faschingsfeier besucht haben. Die Händler sehen, dass Fasching auch den Jungen wieder wichtiger wird. Wurden 2024 noch 63 Euro pro Kopf ausgegeben, waren es 2025 schon 69 und nun 75 Euro. Gekauft werden neben Kostümen, Accessoires und Schminke auch Lebensmittel, Snacks, Getränke und Dekoartikel für die Faschingsparty.
Mehr Feierlaune herrscht eindeutig im Westen Österreichs. In Tirol und Vorarlberg besucht die Mehrheit der Bevölkerung zumindest eine Veranstaltung, im Süden des Landes (Steiermark und Kärnten) tun das 47 Prozent. Oberösterreich, Salzburg, Niederösterreich und das Burgenland liegen mit etwa 43 Prozent nahezu gleichauf, Wien bildet mit 41 Prozent das Schlusslicht.
Pro-Kopf-Ausgaben nach Bundesländern:
- Salzburg und Oberösterreich: durchschnittlich 96 Euro pro Person
- Wien: 80 Euro
- Vorarlberg und Tirol: 77 Euro
- Burgenland und Niederösterreich: 64 Euro
- Kärnten und Steiermark: 59 Euro
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