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Auf diese Bücher würde Ursula Poznanski nie verzichten

Was liest eine der meistgelesenen Autorinnen eigentlich privat? Und wie bringt sie Ordnung in ihren überquellenden Bücherschrank? Oder: Tut sie das überhaupt?

Ihr Thriller „Erebos“ wurde millionenfach verkauft, in 38 Sprachen übersetzt, und ist Schullektüre. Ihre Krimi-Reihen ziehen weltweit Fans in ihren Bann – und Ursula Poznanski schreckt auch vor drastischen Szenen nicht zurück. 

Aktuell hat die Bestseller-Autorin ihren neuen Roman Das Signal veröffentlicht, ein meisterhaftes Spiel um Misstrauen und Verdächtigungen, Täter und Opfer, in dem Grenzen verwischt und Perspektiven verändert werden. 

In den vergangenen 20 Jahren hat Ursula Poznanski  über 30 Bücher herausgebracht – findet jemand, der praktisch ununterbrochen schreibt, überhaupt noch Zeit, selbst zu lesen?  „Doch, ich lese auch, wenn ich an meinen eigenen Büchern arbeite, denn sonst käme ich gar nicht mehr dazu. Ich finde auch nicht, dass Texte anderer Autorinnen ablenken, da kommt sich in meinem Kopf nichts in die Quere“, erklärt sie sachlich. 

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©Privat

In ihrem riesigen Bücherschrank tatsächlich etwas zu finden, könnte allerdings für den uneingeweihten Gast einigermaßen schwierig sein. „Ich fürchte, ich ordne gar nicht. Am ehesten noch nach gelesen und ungelesen – aber eigentlich landen Bücher am Ende  dort, wo gerade noch Platz ist“, sagt sie lachend. 

Zu den Büchern, die Ursula Poznanski in ihrem Regal jederzeit blind finden würde, gehört auf jeden Fall ein Roman, der das Genre Nordic Noir bereits 1992 quasi definiert hat: Peter Høegs Fräulein Smillas Gespür für Schnee, die so abenteuerliche wie stoische, mysteriöse wie detailverliebte Suche nach einem Mörder im verschneiten Grönland.

Welche Favoriten Ursula Poznanski sonst noch hat – wenn sie sich auf zwei weitere beschränken muss? 

„Zwei weitere, die ich aus vollem Herzen empfehlen kann sind Piranesi von Susanna Clarke und Trophäe von Gaea Schoeters!“, sagt sie ohne zu zögern. 

Auch damit bleibt die Meisterin der Plottwists und des Suspense ihrem Fach gewissermaßen treu. Zumindest teilweise. Die Trophäe ist ein wuchtiger Afrika-Roman, packend erzählt, der als tatsächliche Tierjagd beginnt – und nach einer überraschenden Wendung zur Menschenjagd mutiert. Er gilt als einer der wichtigsten Romane des Jahres 2024. 

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©Verlag

Mit Piranesi hingegen begibt sich Poznanski in die ihr auch nicht fremden Gefilde des fantastischen Romans. Und auch hier ist absolut nichts so, wie es zu Beginn scheint. Wobei  schon das Worldbuilding zum Einstieg dem Leser den Atem verschlägt ...

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©Privat

Und welchen Kollegen würde Ursula Poznanski gerne einmal treffen, wenn sie die Gelegenheit hätte, egal ob zeitgenössisch oder historisch? 

„Wenn es schon die Option gibt, auch verstorbene Legenden zu treffen, würde ich gerne mit Jane Austen und William Shakespeare Tee trinken.“  

Andreas Bovelino

Über Andreas Bovelino

Redakteur bei KURIER freizeit. Ex-Musiker, spielte in der Steinzeit des Radios das erste Unplugged-Set im FM4-Studio. Der Szene noch immer sehr verbunden. Versucht musikalisches Schubladendenken zu vermeiden, ist an Klassik ebenso interessiert wie an Dance, Hip-Hop, Rock oder Pop. Sonst: Texte aller Art, von philosophischen Farbbetrachtungen bis zu Sozialreportagen aus dem Vorstadt-Beisl. Hat nun, ach! Philosophie, Juristerei und Theaterwissenschaft und leider auch Anglistik durchaus studiert. Dazu noch Vorgeschichte und Hethitologie, ist also auch immer auf der Suche einer archäologischen Sensation. Unter anderem.

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