Eine Blaumeise schaut aud dem Nistkasten.

Nisthilfen für Vögel: Worauf Gartenbesitzer jetzt achten müssen

Nistkästen für Höhlenbrüter und eine naturnahe Gartengestaltung unterstützen gefiederte Arten.

Der erste Weißstorch ist bereits in Marchegg gelandet – drei Wochen eher als vor zwanzig Jahren üblich. „Damit setzt sich der Trend zu einer immer früheren Ankunft der Tiere aus ihren südlichen Winterquartieren fort“, teilte der WWF kürzlich mit. 

Ornithologen der Österreichischen Vogelwarte stellen einen deutlich früheren Beginn der Balz und Paarbildung fest. Der Grund: der Klimawandel. Vor allem im städtischen Bereich versuchen Tiere, die Überlebenschancen des Nachwuchses durch eine baldige Eiablage zu verbessern. Arten, die im Winter bleiben, nützen den Startvorteil im Frühling weidlich.

Gefiederten Spätzündern und Rückkehrern kann noch geholfen werden. Gartenbesitzer können Vögel jetzt beim Nisten unterstützen.

Jede Vogelart hat beim Brüten spezielle Ansprüche 

„Jede Vogelart hat andere Ansprüche. Hängen Sie am besten unterschiedliche Nistkästen auf, damit möglichst viele Höhlenbrüter zum Zug kommen“, heißt es in einer Aussendung von Birdlife Österreich. Meisen, Kleiber und Gartenrotschwanz profitieren davon. 

Zu kleine Nisthilfen allerdings helfen wenig. Sie schützen die Überflieger nicht ausreichend vor Beutegreifern. Der Platzmangel beeinträchtigt zudem die Aufzucht.

Gebäudebrüter wiederum wie Mauersegler brauchen einen Kasten mit einem Diagonalmaß von 45 Zentimetern Minimum. Nur so können Jungvögel vor dem Ausflug ihre Flügel trainieren. Der Hausrotschwanz bezieht halb offene Nischenbrüterkästen. Schwalben nehmen künstliche Schwalbennester bzw. lehmige Erde gerne an.

Nisthilfen müssen außer Reichweite vor Katzen montiert werden 

„Nistkästen sollen – vor Regen und Wind geschützt – in etwa zwei bis drei Metern Höhe angebracht werden. Der Standort sollte ruhig, möglichst katzen- und mardersicher und nicht in der prallen Sonne sein“, empfiehlt der Naturschutzbund.

Freibrütende Vogelarten, darunter Amseln, Grünlinge und Mönchsgrasmücken, nutzen keine Nistkästen. Finden sie dornige Hecken, dichte Kletterpflanzen oder Bäume, legen sie dort ihre Eier.

Fachleute betonen, dass jeder Garten – über die Kinderstube hinaus – auch genügend Nahrung für den Nachwuchs bieten sollte. Insekten machen Jungtiere satt. Mit heimischen Wildpflanzen, Bäumen und Sträuchern sowie Asthaufen, Totholz und Steinmauern finden Elterntiere genug Futter für alle.

Wer Nisthilfen bauen will, lässt sich unter www.naturschutzbund.at anleiten. Wer sich über „Vögel auf Wohnungssuche“ informieren will, bestellt die gleichnamige Broschüre von Birdlife kostenfrei unter 01 523 46 51, office@birdlife.at

Hedwig Derka

Über Hedwig Derka

Hedwig Derka, geboren 1966 in Wien, seit 1996 Redakteurin beim KURIER. Spezialgebiet: Tiere. Lieblingsthemen: Wissenschaft und nutzloses Wissen. Lieblingsbeschäftigung außer Dienst: Meine kleine und große Familie. Noch Fragen? Interessante Geschichten? Nutzloses Wissen? eMail an mich: hedwig.derka@kurier.at

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