46-224227907
Restaurantkritik

"Pomali": Das neue Bobo-Beisl im 15. Bezirk

€€ Wien europäische Küche

Wie entspannt ist das "Pomali"? Herbert Hacker über das neue Bobo-Beisl im 15. Bezirk.

Was hat es mit dem Namen auf sich?

Das Wort pomali (oder pomale) stammt vom tschechischen Wort pomalý ab und bedeutet so viel wie "langsam", "bedächtig" und "gelassen". Das Wort hat es irgendwie in den Kanon des Urwienerischen geschafft, auch als eine Art Lebenseinstellung unter dem Motto: "immer mit der Ruhe". Wenn ein Wiener im Slang "pomali" sagt, meint er meist "nur net aufregen, wird scho’ werden". Nachsatz: Und wenn nicht, ist es auch ok.

Beschreibung

Preiskategorie

€€

Küche

europäische Küche

Bewertung

86 von 100

Was für ein Lokal ist das neue "Pomali"?

Ein revitalisiertes Beisl im 15. Bezirk, das langsam aus seinem gastronomischen Schattendasein kommt. Betrieben wird es von den Köchinnen Mathilde Mazaud und Karoline Schuster, die sich vor Jahren in einem ähnlichen Beisl, dem "Brösl" im zweiten Bezirk, kennengelernt haben. Der etwas spröde Beisl-Charme im "Pomali" erinnert etwas an ein Vereinslokal in der Vorstadt, ist aber am Ende des Tages grundsympathisch.

46-224227495
©Romain Bordier

Wie ist die Küche?

Erfrischend unaufgeregt. Es wurden nicht wie so oft die Beisl-Klassiker runderneuert, sondern wenige Gerichte mit spezieller Handschrift entwickelt. Etwa ein Senfei auf Blattspinat oder fein geschnittener Knollensellerie in Remoulade als Vorspeise. Von den vier Hauptspeisen ist die Lachsforelle auf Beurre blanc mit Sauerampfer eine der anspruchsvollsten Kreationen. Es gibt  aber auch gelungene Ravioli, gefüllt mit roten Rüben. Sehr gut ist das einzige Dessert: Crêpes mit Mandarinenkaramell.

Geht es im Lokal tatsächlich "pomali" zu?

Die freundlichen Frauen im Service machen ihren Job mit jener charmanten Gelassenheit, die den Lokalnamen rechtfertigen. Bei den Weinen und anderen Getränken könnte die Auswahl größer sein, aber auch das scheint  niemanden aus der Ruhe zu bringen. Wir gehen´s halt pomali an.

Bewertung

Essen

43 von 50

Trinken

12 von 15

Service

9 von 10

Ambiente

22 von 25

Kontakt

Adresse

Märzstraße 87, 1150 Wien

Öffnungszeiten

Mo–Fr 17–23

Website

pomali-wien.at

Über Herbert Hacker

Herbert Hacker ist österreichischer Journalist, Gourmetkritiker und Buchautor. Er schrieb unter anderem für "News", "Format" und "Die Zeit" und war von 2013 bis 2017 Chefredakteur des "Falstaff-Magazins" sowie des "Falstaff Restaurantguides".