© Instagram/balmain

freizeit Mode & Beauty
07/08/2020

So sieht eine Fashion Week ohne Shows aus

Ihre Entwürfe können Designer jetzt nur digital enthüllen – eine Herausforderung und Chance zugleich.

von Maria Zelenko

Wie präsentiert man Mode in Zeiten, die eine Großveranstaltung wie die Fashion Week nicht erlauben? Mit dieser Frage mussten sich die Modehäuser in den vergangenen Monaten intensiv auseinandersetzen. Im Juli wird eigentlich stets die neue Haute-Couture-Mode in Paris vorgestellt – spektakuläre Kulissen und Gäste aus aller Welt inklusive.

Letztere mussten sich dieses Mal jedenfalls nicht den Kopf über das perfekte Outfit für den Besuch jeder Show zerbrechen. Der Jogginganzug reichte Anfang dieser Woche aus, als die Fashion Week erstmals in ihrer Geschichte in rein digitaler Form startete. Noch bis heute, Mittwoch, veröffentlichen die Marken auf der offiziellen Website der Modewoche Kurzvideos, um ihre neuen Kollektionen zumindest über den Bildschirm zu enthüllen.

Zeichen für Optimismus

Keine leichte Aufgabe, gilt es doch, die Faszination rund um die sündhaft teuren, handgefertigten Stücke aufrecht zu erhalten. Die wohl aufwendigste Präsentation bekam die Branche gleich am Montag von Christian Dior zu sehen. Für diesen fertigte Chefdesignerin Maria Grazia Chiuri ihre Kleider dieses Mal in Miniaturgrößen an, die der italienische Filmemacher Matteo Garrone magischen Wesen in einem mysteriösen Wald von zwei Boten präsentieren lässt, bevor sich diese ihr liebstes Modell anfertigen lassen.

Inspirieren ließ sich Chiuri vom Théâtre de la Mode, einer Wanderausstellung aus dem Jahr 1945. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Stoffe knapp, sodass Cristóbal Balenciaga und andere Modemacher Mini-Looks für kleine Schneiderpuppen entwarfen. Das Ziel, die Modeindustrie zu beleben, erreichten sie mit dieser Idee.

Ein Zeichen für Optimismus in schwierigen Zeiten setzte auch Ulyana Sergeenko. Die russische Modemacherin hätte sich wohl keinen besseren Zeitpunkt aussuchen können, um eine traditionelle Handwerkskunst ihrer von der Krise besonders betroffenen Heimat in den Mittelpunkt ihrer Kollektion zu stellen. Zahlreiche ihrer Stücke ließ die 38-Jährige mit Krestetskaya Steppnähten, einer äußerst komplexen, durchbrochenen Stickerei-Form, versehen – den Herstellungsprozess zeigte sie in ihrem Clip.

Einzigartiges Erlebnis

Es sind durchwegs aufwendige Videos, die die Modehäuser produzierten – doch können diese die fehlende physische Erfahrung einer Laufsteg-Schau ausgleichen? „Ich denke, die digitale Welt wird nie so ganz die Shows ersetzen können“, sagt Tamara Ralph, Kreativdirektorin von Ralph & Russo, im Gespräch mit dem KURIER. „Sie ist eine unglaubliche Alternative, bietet aber nicht dieselbe Tiefe an physischer und emotionaler Verbindung.“

Dass auch sie für ihr Modehaus auf eine digitale Präsentation zurückgreifen musste, sei sowohl eine Chance als auch eine Herausforderung gewesen. „Der Vorteil ist, dass es dir erlaubt, so kreativ zu sein wie du willst – die Optionen sind unendlich und du erreichst so viel mehr Menschen weltweit.“ Nachteil sei laut Ralph das fehlende Erlebnis, eine Show in einem Raum voller Menschen abzuhalten. „Damit ist nichts vergleichbar. Es ist so ein besonderes Gefühl.“

Das weiß auch Balmain-Chefdesigner Olivier Rousteing. Der Franzose wollte heuer als Einziger nicht komplett auf ein Mode-Spektakel verzichten und schickte seine Models deshalb auf einem Frachtboot die Seine entlang. Vom Ufer konnten Tausende Pariser das Event aus sicherer Entfernung mitverfolgen. Auch so kann eine Fashion Show mit Social Distancing also funktionieren.

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