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Warum kleine Handtaschen auch für Männer groß genug sind

Handtaschen waren einst fast eine Männerdomäne. Dann wurden sie zum It-Accessoire der Damen. Warum Männer heute wieder zu kleinen Handtaschen greifen und welche Styles in sind.

Erfunden hat sie eigentlich niemand. Und trotzdem sind sie da: die Handtaschen. Längst haben sie sich als modisches Statement in der Männergarderobe etabliert. Die kleinen tragen Namen wie Sling-Bag (Schultertasche), Bum-Bag (Bauchtasche), „Murse“ (Männertasche mit Henkeln), Clutch (ohne Henkel) oder Belt-Bag (Gürteltasche). Die großen heißen Shopper oder Tote. Letzte Saison schickten Marken von Louis Vuitton bis COS ihre Models mit XL-Reisetaschen über den Laufsteg. Jetzt beginnt die Ära der kleinen Männerhandtasche, was auch praktischer ist. 

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Louis Vuitton (auch auf dem Foto ganz oben) zeigt jetzt wieder kleinere Handtaschen am Catwalk

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Egal, welcher Stil – der Boom bei Männertaschen hält an. Das bewesit auch der weltweite Markt für Herren-Luxushandtaschen. Laut Marktforschungsinstitut Global Market Insights und Forbes, betrug der weltweite Umsatz allein im letzten Jahr über 11,8 Milliarden US-Dollar. 

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Murse Puzzle von Loewe, 3.400 €, über Breuninger 

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Von Mann zu Mann

Herrenhandtaschen sind also längst in der Gesellschaft akzeptiert. Wie einst in der Antike. Da wurden kleine Beutel aus Stoff oder Leder am Gürtel befestigt. Im 18. Jahrhundert waren Männer modisch privilegiert: sie konnten zwischen Taschen-Muff,  Jagd- und Satteltaschen wählen, während sich Frauen noch kleine Beutel für ihre Habseligkeiten unter ihre weiten Röcke schnüren mussten.

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Schultertasche von Ferragamo, 1.450 €

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Das Aufkommen von Anzügen mit  Innentaschen ließ die Herrenhandtasche langsam wieder verschwinden. Übrig blieben Akten-, Arzt- und Handwerkertaschen. Dinge des Alltags wurden für Jahrzehnte in Hosentaschen verstaut. Bis sie in den 1970er-Jahren von Modeschöpfern wie Pierre Cardin oder Paco Rabanne in Form von kleinen Handgelenkstaschen wieder hervorgeholt wurde.

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Crossbody von Boss, 119,99 €, über Peek & Cloppenburg

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Denn Jeans und Anzugshosen waren eng geschnitten und Geldbörsel und Schlüssel passten nicht hinein.
In den 1980er-Jahren galten Männerhandtaschen dann wieder als „zu feminin“.  TV-Serien wie „Miami Vice“ zeigten Männer zwar modisch, aber „tough“. Mit den aufkommenden Jogginghosen und Sweatern kamen Handtaschen zurück, um kantige Handys zu verstauen. Und Männern ist wieder erlaubt, Handtaschen zu tragen.

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Ferragamo kombiniert Shopper mit kleinen Handtaschen

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Auch der soziale Code des männlichen Rollenbilds hat sich gewandelt: Heute  organisieren sich Männer selbst, haben mehr Aufgaben im Haushalt und ein neues Verständnis von Identität und Mode.

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Bei COS wird der Shopper wie eine Clutch unter den Arm geklemmt

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Und man spielt gerne mit Geschlechterrollen: Männer tragen Röcke, Schuhe mit hohen Absätzen, Schmuck und lackieren sich die Nägel. Da kommt auch eine  kleine „Murse“ gut an.

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Schultertasche von Jacquemus, 479  €, über Farfetch

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Und Schultertaschen und Bum-Bags sind sowieso unisex chic.

Florentina Welley

Über Florentina Welley

Mag. Florentina Welley schreibt seit 2006 als Lifestyle-Autorin über ihre Lieblingsthemen: Mode, Reise, Design und Kunst. Darüber hinaus konzipiert sie Shootings, kuratiert auch Kunst- und Designevents. Auch Film-Erfahrung hat sie, etwa als Co-Produzentin für den Spielfilm „Die toten Fische“, darüber hinaus ist sie in Werbung und Medien bekannt für Konzepte, Textierungen jeden Genres und Modeproduktionen samt Styling, Regieassistenz, Ausstattung und Kostümbild.

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