Ein Apfel, ein Glas Wasser, Brot, ein Maßband und ein Kalender mit dem Wort „Fastenzeit“ auf einem Holztisch.

Fasten: Wo und wie fange ich an?

Bis Karfreitag geht es um Mäßigung, aber bei Weitem nicht nur beim Essen. Bewusster Verzicht kann viel mehr sein.

Knapp die Hälfte der Österreicher schränkt sich in der Fastenzeit beim Essen ein, verzichtet etwa freitags oder an den katholischen Fast- und Abstinenztagen auf Fleisch. 
Bis ins 15. Jahrhundert schrieb die Kirche drei Bissen Brot und drei Schluck Bier oder Wasser vor. Seither wurde schrittweise gelockert. 

Beim Zweiten Vatikanischen Konzil in den 1960ern wurde schließlich aus der „Fastenzeit“ die „österliche Bußzeit“. Es geht beim Fasten neben leiblicher auch um geistige und seelische Reinigung.

Heute sind Fastenden neben religiösen Gründen auch Selbstfürsorge und Achtsamkeit wichtig.

„Wer herausfinden möchte, worauf er in der Fastenzeit verzichten kann – nicht nur beim Essen, sondern auch im Alltag –, sollte sich schrittweise darauf vorbereiten“, rät Psychologin und Fastenbegleiterin Natascha Zickbauer. Zur Vorbereitung empfiehlt sie, Stress zu reduzieren und bewusste Pausen einzulegen. 

Kleine Rituale wie Spaziergänge an der frischen Luft, Tee trinken, Entspannungsphasen oder Sauna können helfen, sich innerlich auf das Fasten einzustimmen und Ballast loszulassen. 

Radikales Fasten ist wenig sinnvoll

Entscheidet man sich beim Fasten klassisch für Essensverzicht, rät Diätologin und Ernährungswissenschaftlerin Susanne Flandorfer von radikalem Vorgehen ab. Das Durchhalten wird dadurch schwieriger. Sie empfiehlt, sich stattdessen konkrete, erreichbare Ziele zu setzen:

  • Will man etwa auf Fleisch verzichten, könne man vegetarische Tage einlegen oder mehr Gemüse in die Mahlzeiten integrieren.
  • Will man Zucker meiden, schlägt sie vor, bei gesüßten Getränken anzufangen.
  • Ist Schokolade das Ziel, könne man stattdessen zu Zartbitter greifen.

Wer 16:8-Intervallfasten meiden sollte

Nicht jede Fastenvariante ist für jeden geeignet. Die aktuell gängigste ist laut der Diätologin das 16:8-Intervallfasten, bei dem 16-stündige Fastenphasen eingelegt werden. Ist man jedoch sportlich sehr aktiv, kann die lange Essenspause zum Problem werden. Bei einigen Frauen kommt dadurch der Zyklus durcheinander.

Bei Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen oder Essstörungen rät Flandorfer generell von Essenseinschränkungen ab. 

Fasten zweimal anders

Fasten kann man aber auch anders: Beim Social-Media-Detoxing verzichtet man auf Instagram, Facebook, Tiktok und Co. Ebenfalls möglich ist, die Handy-, Tablet- oder Computernutzung einzuschränken.   

Verzicht kann auch Bewegung bedeuten: Die Initiative „Autofasten“ ruft heuer etwa wieder dazu auf, sein Mobilitätsverhalten zu überdenken. Aktionen wie der „Zu-Fuß-Geh-Sonntag“ und die Social-Media-Challenge #1kmzufuss sollen auch zu mehr Umweltschutz motivieren. 

Über Marianne Lampl

Redakteurin und Digital Producer bei KURIER und freizeit.at, dem Digitalformat der KURIER freizeit. Geboren im Burgenland, für den Besuch einer Kunstschule mit 13 Jahren nach Wien gekommen. Studierte dann später in Graz Journalismus und arbeitete anschließend in Wien beim ORF, bei Heute und PULS24.at, unter anderem als Ressortleiterin für Szene, Lifestyle, Entertainment und Kultur. Seit 2024 bei KURIER und freizeit.at.

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