Suche nach Liebe: Warum Singles jetzt 100.000 Euro ausgeben
Teure Liebe. Wohlhabende Singles setzen auf professionelle Dating-Berater und geben dafür teils sechsstellige Summen aus.
Die Liebe dem Zufall überlassen? Für manche ist das keine Option mehr. Die wachsende Frustration über Dating-Apps befeuert einen Boom exklusiver Partnervermittlungen, die Verabredungen bis ins kleinste Detail organisieren.
So ist die Nachfrage bei der globalen Match-Making-Agentur Berkeley International seit der Corona-Pandemie um 200 Prozent gestiegen, berichtet Independent. Wer diese Dienste ein Jahr lang unbegrenzt in Anspruch nehmen will, muss dafür bis zu 46.500 Euro ausgeben. Für Kundinnen und Kunden mit sehr konkreten Erwartungen bietet die Agentur zusätzlich eine sogenannte „Private Search“ an – einen individuell zugeschnittenen Service, der Kriterien von Ernährungsgewohnheiten bis zum Wohnort berücksichtigt. Das kostet dementsprechend mehr: Wer etwa gezielt nach einer vegetarisch lebenden Anwältin in Chelsea sucht, muss mit mindestens 81.000 Euro rechnen. Bei der globalen Partnervermittlungsbörse Ivy Relations zahlt man für maßgeschneiderte Dienstleistungen sogar über 116.000 Euro.
Luxus-Partnervermittler sind mehr als nur Vermittler – sie agieren auch als Coach, Therapeut und persönlicher Begleiter. Rachel MacLynn, Psychologin und Leiterin der Partnervermittlungsagentur Maclynn International, erklärt gegenüber Elle: „Coaching ist ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit. Wir helfen ihnen, ihr Selbstbild und ihre Wünsche neu zu definieren, um einen wirklich passenden Partner zu finden.“
Zwar nutzen weiterhin vor allem ältere, wohlhabende Singles exklusive Dating-Angebote, doch auch immer mehr Menschen in ihren Dreißigern steigen in dieses Segment ein. Bei den Erwartungen zeigen sich klare Unterschiede: Frauen legen häufiger Wert auf Einkommen, Beruf und Körpergröße, Männer dagegen stärker auf Alter, Aussehen und Gewicht.
Liebe als Investition
Dass der Markt für Luxus-Partnervermittlungen gerade jetzt boomt, ist kein Zufall. Eine Umfrage von Forbes Health/One Poll besagt, dass 78 Prozent der Singles von Dating-Apps genervt sind. Eine weitere Studie ergab 2020, dass junge Frauen häufig sexueller Belästigung ausgesetzt sind. Zudem soll vielen Menschen angesichts anhaltender Krisen bewusster geworden sein, wie wichtig die richtige Beziehung ist, schreibt Independent.
Das bestätigt auch eine Harvard-Langzeitstudie: Starke persönliche Beziehungen sind der wichtigste Faktor für Glück, Gesundheit und ein langes Leben. Entsprechend wächst auch die Bereitschaft, in bestehende Beziehungen zu investieren – etwa durch Ausgaben für Paartherapie und gemeinsame Retreats.
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