Mit Bass zum Orgasmus? Dieses Gerät nutzt Musik ganz neu
Ein neuer Vibrator verspricht, Songs in Körpersensationen zu übersetzen. Die Frage ist nur: Welche Playlist passt dazu?
Musik geht unter die Haut, heißt’s ja. Jetzt soll sie auch dorthin, wo sonst Hände, Zungen und andere Lustobjekte für Stimmung sorgen. Ein neues Gerät namens „Groove Thing“ verspricht nichts weniger, als Musik direkt im Körper spürbar zu machen.
Das Kickstarter-Projekt hat über eine halbe Million Dollar eingesammelt. Offenbar ist die Sehnsucht groß, Songs nicht nur zu hören, sondern auch zu fühlen.
Wie das gehen soll? Mit einem Vibrator, der nicht nur monoton brummt wie ein in die Jahre gekommener Eiskasten, sondern der die komplette akustische Struktur eines Stücks übersetzen soll: Bass, Rhythmus, Instrumente – und der Körper als intimer Resonanzraum.
Die Technik dahinter klingt weniger sexy: Man verbindet sein Smartphone per Bluetooth mit einem Lautsprecher, ein Resonator übersetzt Musik in Vibrationen, die direkt zwischen die Beine gelangen.
Übertragen wird jedes Gitarrensolo, jeder Synthesizer-Sweep, jeder verträumte Klavierakkord.
Für Ausdauernde fix: „Bolero“ von Ravel. Legende. Fünfzehn Minuten bis zum finalen Crescendo. Wenn ein Musikstück je für orgasmische Zweck komponiert wurde, dann dieses.
Musik fühlen
Hm, die Vorstellung hat ein bissl was Poetisches: Musik nicht nur hören, sondern fühlen. Jedes "piano". Und yey: jedes fortissimo. Quasi die verkörperte Ode an die Freude.
Ganz neu ist die Idee ja nicht. Wer schon einmal in einem Club vor einer Bassbox stand, weiß: Tiefe Frequenzen hört man nicht nur, man spürt sie. In der Magengrube, im Brustkorb, manchmal auch woanders. Und jetzt? Jetzt rutschen die Vibes ins Souterrain – und dorthin, wo’s wirklich lustig ist.
Neurowissenschaftlich ist das erklärbar. Musik aktiviert im Gehirn das Belohnungssystem, setzt Dopamin frei und kickt Herzschlag, Atmung, Gefühle.
Songs können Gänsehaut auslösen, Tränen in die Augen treiben – oder erregen. Da liegt man dann, Kopfhörer auf den Ohren, Vibrator zwischen den Beinen, und fühlt nach Noten. Wie ein Konzertbesuch ohne Dresscode.
Und welche Playlist empfiehlt sich? Die Entwickler raten zu, no na, Bass. Tiefen, dunklen, pulsierenden Bass. Die Soft-Sex-Fraktion könnte hingegen zu Barry White greifen.
Wenn schon vibrotaktile Selbstliebe, dann bitte mit „Can’t Get Enough of Your Love, Babe“. Und freilich gäbe es auch ein paar Ideen für Experimentierfreudige: Mozarts „Eine kleine Nachtmusik“ – zur Überprüfung der genitalen Klassiktauglichkeit.
Alternativ: „You Shook Me All Night Long“ von AC/DC – bisher nur eine Metapher, jetzt Programm. Für Ausdauernde fix: „Bolero“ von Ravel. Legende. Fünfzehn Minuten bis zum finalen Crescendo. Wenn ein Musikstück je für orgasmische Zweck komponiert wurde, dann dieses.
Bleibt nur noch eine letzte, praktische Frage: Wenn das Gerät tatsächlich hält, was es verspricht und Musik bis in die intimsten Winkel des Körpers vordringt, wird dann irgendwann jemand im Schlafzimmer stöhnen: „Schatz, kannst du bitte den Bass ein bisschen runterdrehen?“ Oder: „Nein, nein, nicht den Song, der hat zu viele Pausen. Spiel lieber was mit Durchhaltevermögen.“
Tja: Die Zukunft der Intimität scheint lauter als gedacht. Aber hey: Wer hat je behauptet, dass guter Sex leise sein muss?
Beziehung
Eine neue psychologische Studie der Dating-Plattform Gleichklang mit 1.055 Teilnehmenden identifiziert vier Beziehungsmuster. Glücklich machen das „traditionell-engagierte Muster“ (monogam, Versorgungsgemeinschaft) und das „freiheitsorientierte nicht-monogame Muster“ (viel Autonomie). Unglücklich machen: das „resignative Muster“ („läuft halt dahin“) und das „Verpflichtungs- und Belastungsmuster“ (hohe Familienorientierung bei höchstem Leid).
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