Eine Frau mit lockigem Haar und ein bärtiger Mann sitzen sich gegenüber und trinken ein Getränk aus Gläsern mit Strohhalmen.
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Keine Liebe auf den ersten Blick? Was das für die Beziehung bedeutet

Was braucht’s am Anfang wirklich: die große Liebe oder reicht Freundschaft? Eine neue Auswertung liefert Antworten.

Kein Funke beim ersten Date? Das muss nichts heißen, wie eine neue Studie verrät. Eine aktuelle Umfrage der psychologischen Partnervermittlung Gleichklang.de mit 878 Teilnehmenden ergab, dass Beziehungen, die mit Freundschaft begannen, genauso zufriedenstellend verlaufen wie Beziehungen, die mit Verliebtheit starteten. 

Anfangs starke Abneigung oder gemischte, widersprüchliche Gefühle gelten dagegen eher als Alarmzeichen – auch wenn sich daraus in einzelnen Fällen trotzdem eine glückliche Beziehung entwickeln kann.

An der Studie waren 493 Frauen, 369 Männer und 16 nicht-binäre Personen beteiligt, allesamt Mitglieder der Plattform Gleichklang.de.

Die Teilnehmenden bewerteten für die eingeschätzten Beziehungen die Beziehungszufriedenheit und die sexuelle Zufriedenheit auf einer Skala von jeweils 1 bis 11. Der Wert 6 stellte den neutralen Mittelpunkt dar. Werte über 6 bedeuteten Zufriedenheit, Werte darunter Unzufriedenheit.

Die Teilnehmenden gaben an, wie sie den Beginn ihrer Beziehung einordnen würden – und wählten dafür eine von sieben Kategorien:

  • Anfängliche Verliebtheit: 418 Beziehungen (47,6 %)
  • Freundschaft, aus der später Liebe wurde: 241 Beziehungen (27,5 %)
  • Keinem klaren Muster zuordenbar: 128 Beziehungen (14,6 %)
  • Reine Freundschaft, bei der auch später keine Liebe hinzukam: 32 Beziehungen (3,6 %)
  • Sofortige Ambivalenz, also ein Wechsel zwischen Anziehung und Abstoßung: 29 Beziehungen (3,3 %)
  • Liebe ohne vorherige Verliebtheit oder Freundschaft: 19 Beziehungen (2,2 %)
  • Anfängliche Aversion: 11 Beziehungen (1,3 %)

Unsicherer Start, geringere Zufriedenheit

Deutlich schlechter lief die Beziehung, wenn sie mit anfänglicher Abneigung begann oder von Anfang an ein starkes Hin und Her herrschte. 

In Beziehungen, die mit Abneigung begannen, war auch die sexuelle Zufriedenheit am geringsten. Am zweitschlechtesten schnitten Beziehungen ab, die freundschaftlich blieben und bei denen sich keine Liebe entwickelte. Direkt dahinter rangierten Beziehungen, die anfangs von einem deutlichen Hin-und-her beziehungsweise Unsicherheit geprägt waren.

Die Studie ergab auch, dass Warnsignale nicht immer zum Beziehung-Aus führen müssen. So lagen bei Beziehungen, die mit einer Abneigung begannen, 20 Prozent der Fälle im oberen Bereich der Beziehungszufriedenheit. Bei der sexuellen Zufriedenheit waren es sogar 35 Prozent.

Was Singles daraus lernen können

Psychologe und Gleichklang-Gründer Guido F. Gebauer schließt aus den Studienergebnissen, dass Singles sich nicht darauf versteifen sollten, dass Liebe nur auf einem einzigen Weg beginnen darf.

Verliebtheit könne ein sehr guter Anfang sein. Freundschaft, Liebe ohne vorherige Verliebtheit oder sogar kompliziertere Beziehungsstarts könnten aber ebenfalls zu dauerhafter Zufriedenheit führen.

Was Gebauer empfiehlt: "Gemeinsam ausloten, ob ein gemeinsamer Lebensweg möglich ist. Positive Gefühle von Verliebtheit, Liebe oder Freundschaft können gute Gründe sein, wechselseitig Ja zu sagen. Wenn dagegen Aversion oder starke Ambivalenz am Anfang stehen, ist eine gründliche und ergebnisoffene gemeinsame Prüfung notwendig, ob es Sinn macht, einen Beziehungsbeginn zu wagen."

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