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02/27/2021

Alternative Geldanlage: Lieber in Pferde statt Gold investieren?

Mit dem Samen erfolgreicher Hengste lässt sich viel Geld verdienen. Doch ein Risikofaktor sollte niemals außer Acht gelassen werden.

von Maria Zelenko

Er war das vermutlich bekannteste Dressurpferd der Welt, wurde gar als Jahrhunderthengst bezeichnet. Der im Jahr 2000 im Friesland geborene Totilas brach auf Championaten einen Rekord nach dem anderen, wurde im Jahr 2010 zum dreifachen Weltmeister gekürt. Kurz darauf wurde er selbst für Pferdelaien zum Begriff: Der ehemalige Springreiter Paul Schockemöhle erwarb den Rappen für kolportierte zehn Millionen Euro – eine bisher nie da gewesene Summe.

Nicht nur, um ihn auf dem Dressurviereck gewinnen zu sehen, sondern vor allem, um mit den Samen des Hengstes das große Geld zu machen. Als Europas größter Pferdezüchter konnte Schockemöhle für Totilas eine sogenannte Decktaxe von rund 8.000 Euro verlangen. Denn je größer die sportlichen Erfolge eines Pferdes, desto teurer kann dessen Samen verkauft werden. Doch nach dem Kauf wurde es immer ruhiger um Totilas, die Plätze auf dem Siegertreppchen blieben aus. Vergangenen Dezember dann die überraschende Nachricht: Der Hengst war mit 20 Jahren an einer Kolik verstorben.

Auch als Nicht-Reiter gäbe es bei entsprechendem Budget die Möglichkeit, in einen Hochleistungssportler auf vier Beinen zu investieren. Doch die Geschichte von Totilas zeigt, wie riskant die Geldanlage Pferd ist. Was viele Laien nicht wissen: „Der Reiter, den man bei Turnieren auf dem Pferd sieht, ist meist nicht der Besitzer“, erklärt Theresa Deisl vom renommierten Pferdezentrum Stadl-Paura. „Viele besitzen ein Top-Pferd aus reiner Passion.“ Häufig handelt es sich sogar um ein Käuferkonsortium, welches sich den Gewinn vom Verkauf des Samens teilt.

Dabei sollte laut der AWÖ-Zuchtkoordinatorin niemals vergessen werden: „Es handelt sich um ein Tier, das eben auch krank werden kann. Es kann natürlich gut gehen, aber es ist ein sehr harter Markt mit hoher Konkurrenz.“

Viertelmillion für Fohlen

Auch für Reiter, die ihre sportlichen Ambitionen auf einem Top-Pferd verfolgen wollen, heißt es erst einmal: Investieren! Hierzulande ist vor allem das Österreichische Warmblut auf Championaten zu sehen, für ein Fohlen müssen je nach Abstammung zwischen 3.000 und 15.000 Euro eingeplant werden. Deisl: „Es gab im Ausland sogar einen Fall, wo das Fohlen 250.000 Euro einbrachte.“

Obwohl die Hengste als Väter die meiste Aufmerksamkeit bekommen, dürfe man laut Deisl die Relevanz der Mutterstuten nicht unterschätzen: „Sie tragen das Fohlen schließlich aus und geben genetisch dementsprechend viel mit.“ Als Beispiel nennt die Expertin eine burgenländische Stute, die sieben gekörte Söhne gebar. Ein oberösterreichisches Zuchtprodukt weckte vor Jahren die Neugier einer prominenten Reiterin: „Georgina Bloomberg, die Tochter des New Yorker Ex-Bürgermeisters, kaufte die Stute Juvina.“ Zwar habe die Abstammung viel Aussagekraft, jedoch: „Ein Fohlen kann von einem Weltmeister abstammen – und dennoch nicht so erfolgreich werden.“

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