9 neue Meister: Würdige Vorbilder für Wiens Reinigungsbranche
Einer der Höhepunkte der Festveranstaltung war die Übergabe der Schmuckmeisterbriefe an neun neue Meisterinnen und Meister.
Am 26. Juni 2026 luden die Landesinnung Wien der Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereiniger und die Gebäudereinigungsakademie zum Sommerschulschlussfest sowie zur Meisterfeier in die Gebäudereinigungsakademie. Zahlreiche Gäste aus Wirtschaft, Ausbildung und dem Umfeld der Branche folgten der Einladung und nutzten den festlichen Rahmen für Austausch und Begegnung. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Lehrlinge des Schuljahres 2025/2026 sowie die neuen Meisterinnen und Meister, die ihre Meisterprüfung im Jahr 2025 erfolgreich absolviert haben.
Das Sommerschulschlussfest bot eine ideale Plattform für Vernetzung und Austausch.
Zu Beginn wurden die Lehrlinge gebührend vor den Vorhang geholt: Die Jahres- und Abschlusszeugnisse der Berufsschule wurden feierlich überreicht, ebenso wurden jene Lehrlinge besonders geehrt, die ihre Lehrabschlussprüfung erfolgreich bestanden haben. Damit wurden nicht nur die persönlichen Leistungen der jungen Fachkräfte gewürdigt, sondern auch die Bedeutung einer fundierten Ausbildung für die Zukunft der Branche hervorgehoben. Im Anschluss erhielten jene Kursabsolventinnen und -absolventen ihre Urkunden, die die Fachmodule 1 bis 3 des Meisterkurses für Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereiniger erfolgreich abgeschlossen haben.
Hochwertige Leistungen im Fokus
Ein besonderer Höhepunkt war die Übergabe der Schmuckmeisterbriefe an neun neue Meisterinnen und Meister. Landesinnungsmeister Gerhard Komarek würdigte sie als wichtige Vorbilder für die Branche: „Wir versuchen, das Image der Branche stetig zu verbessern – und das können wir nur, wenn wir draußen qualitativ hochwertige Leistungen erbringen.“
Ein weiterer Anlass zum Feiern war das 10-jährige Bestehen der Berufsschule für den Lehrberuf Reinigungstechnik. Seit ihrer Gründung hat sie sich als zentrale Ausbildungsstätte etabliert und leistet einen wichtigen Beitrag dazu, qualifizierte Fachkräfte praxisnah und zukunftsorientiert auszubilden. Das Jubiläum zeigte zugleich die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Ausbildungsinstitutionen und Interessenvertretung.
Darüber hinaus bot das Sommerschulschlussfest eine ideale Plattform für Vernetzung und persönlichen Austausch innerhalb der Branche. Vertreterinnen und Vertreter aus Betrieben, Ausbildung und Organisation nutzten die Gelegenheit, Erfahrungen zu teilen. Insgesamt zeigte die Veranstaltung den starken Zusammenhalt der Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereiniger und setzte ein klares Zeichen für die Bedeutung qualifizierter Ausbildung, gelebter Berufspraxis und kontinuierlicher Weiterbildung im Gewerbe.
Die dreijährige Lehre in der Reinigungstechnik vermittelt fundiertes Wissen über Reinigungsmittel, Maschinen und unterschiedliche Reinigungstechniken. Neben einem Pflichtschulabschluss sind körperliche Fitness, Hygiene- und Umweltbewusstsein sowie vor allem Motivation wichtige Voraussetzungen, um in der krisenfesten Branche der Gebäudereinigung erfolgreich durchzustarten.
Die Ausbildungsmöglichkeiten in Wien sind hervorragend: In Liesing bildet die Gebäudereinigungsakademie auf 1.700 Quadratmetern angehende Fachkräfte praxisnah aus. „Wir haben wahrscheinlich die modernste Ausbildungsstätte Europas“, sagt Geschäftsführer Christoph Guserl. Vom OP-Saal bis zum U-Bahn-Waggon lernen die Auszubildenden dort unter realitätsnahen Bedingungen.
Nach erfolgreichem Abschluss eröffnen sich vielfältige und krisensichere Berufsperspektiven – etwa als Facharbeiterin oder Facharbeiter, als Vorarbeiterin oder Vorarbeiter mit Personalverantwortung oder in spezialisierten Bereichen wie der Denkmal- oder Krankenhausreinigung. Mit der Meisterprüfung steht zudem der Weg in die Selbstständigkeit offen. Weitere Informationen unter gebaeudereinigungsakademie.at und wko.at/wien/gebaeudereiniger.
Gerhard Komarek, Wiener Landesinnungsmeister
„Wir bemühen uns, Win-Win-Win-Situationen zu schaffen“
Gerhard Komarek, Wiener Landesinnungsmeister, im Interview über Fachkräftemangel und Perspektiven.
Warum sind auch ausländische Fachkräfte in ihrer Branche so wichtig?
Gerhard Komarek: Fachkräfte aus dem Ausland sind unverzichtbar für die Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereinigung in Wien, da ohne sie schlichtweg die Kapazitäten nicht vorhanden wären, um unsere Arbeit täglich zu vollbringen. Ausbildungseinrichtungen wie die Gebäudereinigungsakademie in Wien bieten internationalen und lokalen Talenten gleichermaßen die Chance, eine hochwertige Ausbildung zu absolvieren. Mit modernsten Technologien und praxisnaher Lehre wird ein solides Fundament für eine erfolgreiche Karriere gelegt. Die Möglichkeit, sich nach der Ausbildung als Unternehmer oder Spezialist weiterzuentwickeln, macht die Branche besonders attraktiv – auch für Fachkräfte aus dem Ausland. Wir versuchen mit solchen und vielen anderen Maßnahmen Win-Win-Win-Situationen zu schaffen.
Warum ist der Personalmangel so groß?
Wir kämpfen als Branche stetig gegen falsche Eindrücke und veraltete Vorurteile. Mit der Reinigungstechnik- Lehre und den tollen Angeboten an der Gebäudereinigungsakademie versuchen wir entgegenzuwirken und die Menschen über unser Handwerk und die Realitäten aufzuklären.
Wie sehen Sie diese Entwicklungen für die kommenden Jahre?
Mit unserem derzeitigen Schwerpunkt auf Kooperationen, Aus- und Weiterbildungen und Service-Angeboten für unsere Mitgliedsbetriebe denke ich, dass wir als Branche für die Zukunft gut gerüstet sind. Wir setzen uns als Landesinnung stetig dafür ein, dass wir nicht nur für die Mitgliedsbetriebe, sondern auch für alle Interessierten und potenziellen neuen Mitarbeitenden eine attraktive Branche sind. Dabei sind wir stets auf Feedback angewiesen, um uns weiter zu verbessern, aber es geht in die richtige Richtung.