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10/12/2020

„Red 7“ färbt Moskaus Zentrum rot

Moskau wird um einen imposanten Neubau reicher: Mit „Red 7“ setzt das niederländische Top-Büro MVRDV einen luxuriösen Mixed-Use-Komplex an den Gartenring der Stadt. Von historischen Nachbargebäuden inspiriert – und ganz in Rot gehalten.

In Russlands Hauptstadt muss der Begriff des „Rotsehens“ bald nicht mehr unbedingt von Wutausbrüchen zeugen. Jedenfalls nicht, wenn ab 2022 geäußert. Denn bis dahin soll der neue, imposante Mixed-Use-Komplex „Red 7“ im Zentrum Moskaus vollendet werden.

Designt vom niederländischen Büro MVRDV wird das Projekt den Gartenring bereichern. Um einen kühn geformten, 52.000 Quadratmeter umfassenden Neubau, der mit besonderen Extras aufwartet: Im Inneren mit vielfältigem Luxus. Und außen mit einer roten Fassade, die unwillkürlich Blicke auf sich zieht.

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„Red 7“ entsteht in interessantem Umfeld.Denn der Komplex wächst an der Kreuzung von Akademie-Sacharow-Straße und Sadowaja-Spasskaja. Dort finden sich auch mehrere historische Gebäude. Zum Beispiel das 1933 von Le Corbusier und Nikolai Kolli konzipierte Zentrosojus. Und Alexei Wiktorowitsch Schtschussews Landwirtschaftsministerium Narkomzem.

Rot mit doppelter Bedeutung

Der „Red 7“-Komplex wird bis zu 78 Meter Höhe erreichen. Von seinem Skydeck aus soll sich herrlicher Blick über Moskau eröffnen. Die intensive Rotfärbung seiner Keramikfassade verweist nicht nur aufs benachbarte konstruktivistische Erbe. Sie ist auch dazu gedacht, dem Neubau einladende Wärme zu verleihen.

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Was „Red 7“ zum absoluten Hingucker macht, ist allerdings nicht allein seine Farbe. Auch seine Form ist ungewöhnlich: MVRDV hat den Komplex plastisch und abwechslungsreich gestaltet. So sind etwa markante Eingänge und eine geneigte Dachlandschaft vorgesehen.

Skulptural & ungewöhnlich

Unterschiedliche Fenstergrößen tragen ebenso zum eigenwilligen Erscheinungsbild bei. Die skulpturalen Schnitte an der Ober- und Unterseite der Fassade wurden auf Funktion und Qualität der Innenräume abgestimmt.

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Ermöglicht wird die äußerliche Vielfalt durch ein modulares System. Dieses lässt im Inneren zugleich geräumige Wohnungen entstehen, die mit Top-Luxus aufwarten: Mehr als 60 Prozent werden grandiosen Ausblick über Moskau bieten. Zudem sollen gut 20 Prozent davon eigene Außenterrassen erhalten. Die insgesamt 289 Wohnungen haben eine Größe von 27 bis 253 Quadratmetern. Sie sind ein wichtiger Teil des Konzepts. Und dieses beinhaltet viele Nutzungsbereiche, die ihren künftigen Eigentümern zugutekommen.

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„Red 7“ wird unter anderem ein zweistöckiges Sport- und Fitnesszentrum mit Schwimmbad und eine Sky Lounge mit großer Außenterrasse beherbergen. Auch Kinderspielzimmer und flexible Arbeitsräume sind geplant. Ebenso, wie ein mietbarer Event-Bereich, ein Kino und eine Shopping-Zone.Und damit nicht genug: Im Tiefgeschoss sollen Bewohnern und Besuchern ein Supermarkt und eine Tiefgarage zur Verfügung stehen.

Designvielfalt fürs „Red 7“-Interior

Auch die Strategie fürs Innenleben des Neubaus verspricht Variantenreichtum. Schließlich sollen dort mehrere, für unterschiedliche Stilrichtungen bekannte Interior-Designer Hand anlegen: Neben den beiden niederländischen Büros Sabine Marcelis und i29 Innenarchitekten wird hier das russische Büro Oleg Klodt genannt.

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Den Wettbewerb um das Großprojekt gewann MVRDV im Dezember 2017. Als Partner vor Ort holte sich das Team des renommierten Rotterdamer Studios das Moskauer Büro Apex ins Boot. Mit den Bauarbeiten wurde Anfang 2019 begonnen. „Red 7“ ist MVRDVs bislang erstes, realisiertes Werk auf russischem Boden.

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Für mehrere andere MVRDV-Projekte blieb es trotz spektakulärer Entwürfe beim Wettbewerbsstatus. So auch für den Vorschlag „Timber Headquarters“, der weltweit auf großes Interesse stieß. Denn immerhin wäre damit in St. Petersburg der bisher größte klimaneutrale Holzbau der Welt entstanden. Noch dazu als neues Hauptquartier des russischen Mineralöl-Giganten Gazprom Neft. Ein Vorhaben, das dem Ziel des MVRDV-Gründungspartners Winy Maas, den Planeten grüner zu machen, perfekt entsprochen hätte.

Beeindruckend in „grün“ und „rot“

Andernorts verfolgt das international erfolgreiche Büro dieses Ziel inzwischen konsequent weiter. Zum Beispiel mit der Verwirklichung „grüner“ Projekte in Eindhoven und Shenzhen. Und obwohl jetzt in Moskau – zumindest äußerlich – die Farbe Rot Hauptmerkmal ist: Beeindruckend ist auch „Red 7“ auf jeden Fall.

Text: Elisabeth Schneyder Bilder: MVRDV

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