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Mehr Komfort, weniger Kosten: So kühlen Gebäude effizienter

Wenn der Sommer zum Stresstest im Büro wird: 10 Tipps wie Gebäude auch ohne großen Umbau effizient und komfortabel bleiben.
Drei Personen arbeiten an Schreibtischen mit Computern in einem modernen, hellen Büro mit Pflanzen und Dekoration.

Gegen stressige Arbeitstage hilft keine Klimaanlage. Gegen überhitzte Büros hingegen schon – oder zumindest die richtige Strategie für die Gebäudekühlung. Gerade Büro- und Gewerbeimmobilien geraten durch längere Hitzeperioden zunehmend unter Druck. Dabei lassen sich Raumkomfort, Energieeffizienz und Betriebskosten oft deutlich verbessern, ohne neue Anlagen zu installieren oder große Umbauten vorzunehmen. Viele Bestandsgebäude verfügen bereits über ungenutzte Potenziale in bestehenden Heizungs-, Kühl- und Lüftungssystemen. Durch intelligente Gebäudebetriebsführung, laufendes Monitoring und gezielte Anlagenoptimierung lassen sich diese Potenziale sichtbar machen und effizient nutzen. Mit diesen zehn Tipps bleibt das Bürogebäude auch im Sommer leistungsfähig.

1. Außenliegenden Sonnenschutz konsequent nutzen

Der wirksamste Schutz gegen Hitze beginnt außerhalb des Gebäudes. Außenliegende Raffstores oder Jalousien verhindern, dass Sonnenenergie überhaupt ins Gebäude gelangt. Automatisierte Systeme, die auf Sonnenstand, Helligkeit oder Wetterdaten reagieren, steigern die Wirkung zusätzlich.

2. Gezieltes Lüften: Fenster nur dann öffnen, wenn es wirklich sinnvoll ist

Geöffnete Fenster während der heißen Mittagsstunden machen es deutlich schwieriger den Raum zu kühlen. Effektiver ist eine gezielte Nacht- und Frühmorgenlüftung, wenn die Außentemperaturen deutlich niedriger sind. So kann das Gebäude kostenlos vorkonditioniert werden.

Ein aufgeklappter Laptop steht auf einem Tisch vor einem offenen Fenster mit Jalousien und einer grünen Pflanze im Vordergrund.

Gezieltes Lüften ist eine einfache und wirksame Maßnahme gegen Hitze

3. Bestehende Fußbodenheizungen zum Kühlen nutzen

Viele Gebäude verfügen bereits über Flächenheizungen oder Bauteilaktivierungen. Diese Systeme können häufig auch zur Temperierung genutzt werden. Durch gekühltes Wasser lassen sich Raumtemperaturen um mehrere Grad senken – leise, zugfrei und energieeffizient.

4. Bestehende Lüftungsanlagen für die Nachtkühlung aktivieren

In vielen Büro- und Gewerbeimmobilien können bestehende Lüftungsanlagen so eingestellt werden, dass sie nachts gezielt kühle Außenluft ins Gebäude führen. Diese Form der „freien Kühlung“, oder auch „Free Cooling" genannt, nutzt die niedrigeren Außentemperaturen, um die aufgeheizte Gebäudesubstanz abzukühlen. Das reduziert die Kühllast am Folgetag und senkt den Energieverbrauch, ohne dass zusätzliche Kühltechnik installiert werden muss.

5. Lüftungsanlagen an die tatsächliche Nutzung anpassen

In vielen Gebäuden arbeiten Lüftungsanlagen nach starren Zeitplänen. Nicht selten laufen sie bereits Stunden vor Arbeitsbeginn oder weit nach Feierabend. Eine Anpassung an reale Nutzungszeiten reduziert unnötige Laufzeiten und Energiekosten.

6. Fancoils regelmäßig überprüfen und nachjustieren

Fancoils – auch Gebläsekonvektoren genannt – sind in vielen Bürogebäuden die sichtbaren Einheiten der Heiz- und Kühltechnik. Sie befinden sich häufig unter Fenstern, an Wänden oder in abgehängten Decken und sorgen mithilfe eines Ventilators dafür, dass warme oder gekühlte Luft im Raum verteilt wird. Sind Ventilatorstufen, Temperaturvorgaben oder Betriebszeiten falsch eingestellt, verbrauchen die Geräte oft unnötig Energie. Eine regelmäßige Überprüfung und Anpassung an die tatsächliche Nutzung kann den Komfort verbessern und gleichzeitig Betriebskosten senken.

Mehrere Fenster mit schräg gestellten, hellen Markisen an einer weißen Hausfassade.

Außenjalousien oder begrünte Fassaden helfen dem Gebäude auch bei der Hitzeregulierung

7. Heiz- und Kühlsysteme aufeinander abstimmen

Ein überraschend häufiges Problem im Gebäudebetrieb: Während ein Gebäudeteil gekühlt wird, läuft an anderer Stelle gleichzeitig die Heizung. Solche Fehlkonfigurationen bleiben oft lange unentdeckt und verursachen vermeidbare Energiekosten.

8. Monitoring nutzen und Betriebsdaten auswerten

Moderne Gebäude erzeugen täglich große Mengen an Betriebsdaten. Sensoren, Verbrauchsanalysen und intelligente Monitoring-Systeme schaffen Transparenz über Temperaturen, Laufzeiten und Energieverbräuche. Werden diese Daten regelmäßig ausgewertet, lassen sich Fehlfunktionen, unnötige Laufzeiten oder gegeneinander arbeitende Systeme frühzeitig erkennen. Oft werden dadurch Einsparpotenziale sichtbar, die im Alltag unbemerkt bleiben.

Ein Mann mit Handschuhen und Mütze wartet eine geöffnete Klimaanlage an einer Wand.

Eine regelmäßige Wartung von Lüftungs- und Kühlungsanlagen ist Pflicht, um nachhaltig Überhitzung in Bestandsgebäuden zu bekämpfen

9. Anlagen regelmäßig an veränderte Nutzung anpassen

Viele Gebäude werden heute anders genutzt als noch vor einigen Jahren: Homeoffice, flexible Arbeitsplätze oder veränderte Öffnungszeiten beeinflussen den tatsächlichen Bedarf an Kühlung und Lüftung. Dennoch laufen viele Anlagen weiterhin nach alten Einstellungen. Eine regelmäßige Anpassung der Betriebsparameter verhindert unnötigen Energieverbrauch und verbessert die Effizienz bestehender Systeme.

10. Photovoltaikanlagen nicht vergessen

Auch bestehende PV-Anlagen bieten häufig Optimierungspotenzial. Verschmutzungen, technische Abweichungen oder Leistungsverluste bleiben oft lange unbemerkt. Durch regelmäßige Reinigung, Monitoring und Leistungsüberwachung lassen sich Erträge stabilisieren und Verluste vermeiden.

Effizienz beginnt beim Gebäudebetrieb

Die steigenden Temperaturen der vergangenen Jahre zeigen deutlich: Sommerliche Überhitzung entwickelt sich zunehmend zum zentralen Gebäudethema für Büro- und Gewerbeimmobilien. Gleichzeitig verfügen viele Bestandsgebäude bereits über technische Systeme, die deutlich mehr leisten könnten. Entscheidend ist, diese Potenziale sichtbar zu machen und konsequent zu nutzen.

Moderne Gebäudebetriebsführung setzt deshalb auf Monitoring, Verbrauchsanalysen, intelligente Steuerung und laufende Optimierung. Ziel ist nicht möglichst viel Technik, sondern ein möglichst effizienter Betrieb vorhandener Anlagen.

Genau hier setzt professionelles Facility Management an. Unternehmen wie immOH! unterstützen Eigentümer:innen, Asset Manager:innen und Gebäudeverantwortliche dabei, bestehende Heizungs-, Kühl- und Lüftungssysteme laufend zu optimieren, Energieverbräuche transparent zu machen und die Wirtschaftlichkeit von Bestandsgebäuden nachhaltig zu verbessern. Denn oft sind es nicht die großen Investitionen, sondern die vielen kleinen Stellschrauben, die am Ende den größten Unterschied machen. Und immerhin wollen wir alle auch im Sommer einen kühlen Kopf bewahren ...