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Silke Adam: Burnout-Behandlung bei Sehnsuchtsraum im Fokus

Sehnsuchtsraum bietet professionelle Burnout-Behandlung bei Silke Adam, Schwerpunkt Selbstfürsorge und Therapie.
Porträt einer lächelnden Frau in einem Innenraum.

Viele Menschen erkennen erst spät, dass die Grenze zwischen alltäglichem Stress und Burnout fließend ist. Routinen übernehmen den Alltag, Erschöpfung wird zum Dauerzustand. Silke Adam, Psychotherapeutin und Gründerin von Sehnsuchtsraum in Niederösterreich, beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit der Frage, wie sich erste Warnsignale erkennen lassen und welche Rolle Selbstfürsorge dabei spielt.

Burnout-Symptome erkennen: Wenn Funktionieren zur Dauerbelastung wird

Burnout entwickelt sich meist schleichend. Veränderungen im Verhalten und Empfinden sind oft erste Hinweise: Perfektionismus, innere Unruhe und das Gefühl, dauerhaft funktionieren zu müssen. Viele Betroffene berichten von anhaltender Anspannung, Schlafproblemen oder wachsender Reizbarkeit. Auch der Rückzug aus sozialen Kontakten kann ein Zeichen sein. Auffällig ist häufig, dass Erholung nicht mehr greift – Pausen bringen keine echte Entlastung. In der psychotherapeutischen Arbeit zeigt sich, dass solche Muster lange unbemerkt bleiben, weil sie sich schrittweise stabilisieren und als „normal“ erlebt werden.

Burnout verstehen: Mehr als nur Überlastung

Burnout wird oft als Folge äußerer Belastung beschrieben. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass Erschöpfung selten allein durch ein „Zuviel“ entsteht. Entscheidend ist auch, wie Menschen mit sich selbst, ihren Gefühlen und ihrem Selbstwert umgehen. Viele der typischen Muster – etwa permanentes Funktionieren, das Zurückstellen eigener Bedürfnisse oder Schwierigkeiten, Grenzen zu setzen – folgen einer inneren Logik. Sie sind häufig Ausdruck früher erlernter Strategien, die ursprünglich dazu dienten, Sicherheit, Zugehörigkeit oder Anerkennung zu sichern. Vor diesem Hintergrund kann Burnout auch als Folge langfristiger Anpassungsprozesse verstanden werden. Das System bleibt über lange Zeit leistungsfähig, indem es innere Spannungen ausgleicht – bis diese Regulation an ihre Grenzen stößt. In diesem Sinne lässt sich Burnout auch als traumabezogene Folgedynamik betrachten: nicht im Sinne eines einzelnen Ereignisses, sondern als Ergebnis wiederholter Erfahrungen, in denen emotionale Bedürfnisse keinen ausreichenden Raum hatten. Gefühle werden dann eher reguliert, indem sie übergangen werden – nicht, indem sie verarbeitet werden. Gleichzeitig zeigt sich Burnout häufig als gescheiterte Strategie im Umgang mit Selbstwert und Emotionen. Der Selbstwert ist stark an Leistung, Anpassung oder äußere Rückmeldungen gekoppelt, während die Fähigkeit zur inneren Regulation eingeschränkt bleibt. Die dauerhafte Diskrepanz zwischen innerem Erleben und äußerem Funktionieren führt schließlich zur Erschöpfung.

Burnout-Behandlung: Verstehen statt nur entlasten

Eine zentrale Rolle in der Burnout-Behandlung spielt das Verständnis für diese Zusammenhänge. Psychotherapie kann helfen, diffuse Überforderung greifbarer zu machen und sowohl äußere Belastungen als auch innere Dynamiken einzuordnen. Dabei geht es nicht nur um Stressreduktion, sondern um ein tieferes Verstehen der eigenen Muster: Welche Funktion hatte mein Verhalten bisher? Wovor hat es mich geschützt? Und warum funktioniert es heute nicht mehr ausreichend? Dieser Perspektivenwechsel ermöglicht es, sich selbst nicht als „zu schwach“, sondern als lange Zeit hoch funktional angepasst zu erleben – und genau dort neue Wege zu entwickeln. Ein Ansatz, der auch in der therapeutischen Arbeit bei Sehnsuchtsraum verfolgt wird.

Selbstfürsorge neu denken: Vom Funktionieren zur Regulation

Selbstfürsorge ist ein wesentlicher Bestandteil der Burnout-Prävention und -Behandlung. Dabei geht es weniger um kurzfristige Auszeiten als um eine grundlegende Veränderung im Umgang mit sich selbst. Das kann bedeuten, eigene Grenzen wahrzunehmen und schrittweise umzusetzen, Entscheidungen stärker an den eigenen Bedürfnissen auszurichten oder innezuhalten, bevor automatische Reaktionsmuster greifen. Solche Veränderungen entstehen meist nicht abrupt, sondern entwickeln sich in kleinen, realistischen Schritten. Entscheidend ist, dass sie nicht als zusätzliche Aufgabe erlebt werden, sondern als neue Form von innerer Orientierung.

Selbstreflexion: Die eigene Dynamik erkennen

Um Burnout besser zu verstehen, kann es hilfreich sein, sich gezielte Fragen zu stellen: Wann habe ich mich zuletzt wirklich reguliert – nicht nur funktioniert? Welche Erwartungen trage ich in mir? Welche davon habe ich übernommen? Diese Form der Selbstreflexion schafft Distanz zum gewohnten Funktionsmodus und öffnet einen Raum für neue Perspektiven. In der psychotherapeutischen Begleitung werden diese Prozesse vertieft und in konkrete Veränderungen übersetzt.

Burnout als gesellschaftliches und individuelles Phänomen

Burnout betrifft längst nicht mehr nur einzelne Berufsgruppen. Leistungsdruck, ständige Erreichbarkeit und hohe Erwartungen prägen viele Lebensbereiche. Gleichzeitig wird deutlich, dass äußere Faktoren allein nicht erklären, warum manche Menschen erschöpfen und andere nicht. Gerade im Zusammenspiel von gesellschaftlichen Anforderungen und individuellen Prägungen entsteht jene Dynamik, die Burnout begünstigt. Ansätze wie jene von Sehnsuchtsraum setzen daher sowohl bei äußeren Bedingungen als auch bei inneren Mustern an.

Burnout als Wendepunkt

Burnout entsteht über einen längeren Zeitraum – und genau darin liegt auch die Möglichkeit zur Veränderung. Wer beginnt, Warnsignale ernst zu nehmen und die eigenen Muster zu hinterfragen, kann neue Formen im Umgang mit sich selbst entwickeln. Psychotherapie bietet dabei einen Rahmen, in dem nicht nur Symptome reduziert, sondern zugrunde liegende Dynamiken verstanden und verändert werden können. Der erste Schritt ist dabei oft kein großer Umbruch, sondern ein Moment des Innehaltens – und die Bereitschaft, sich selbst anders zu begegnen.

Wer sich intensiver mit dem Thema auseinandersetzen möchte, findet weiterführende Informationen zur Burnout-Behandlung bei Sehnsuchtsraum sowie zur Arbeit von Psychotherapeutin Silke Adam unter sehnsuchtsraum.at.