Stefan Egger-Riedmüller: Der Tiroler Senkrechtstarter

Schneller Aufstieg: Stefan Egger-Riedmüller gehört schon nach wenigen Jahren zu den Besten.
Para-Biathlet Stefan Egger-Riedmüller zielt mit einem Gewehr im Schnee, trägt Sportkleidung und eine bunte Skibrille.

Es hätte vor den paralympischen Winterspielen wohl keine Extramotivation gebraucht. Stefan Egger-Riedmüller hat sie sich trotzdem geholt. Der 29-jährige Tiroler sicherte sich kurz vor den Bewerben in Italien den dritten Platz im Gesamtweltcup der Para-Langläufer. Ein Erfolg, der nicht hoch genug einzuschätzen ist. Immerhin ist Egger-Riedmüller erst seit zwei Jahren im Weltcup aktiv. „Es ist richtig cool und bedeutet mir extrem viel, da es eine konstante Leistung über die gesamte Saison braucht“, weiß der Tiroler.

Mit Egger-Riedmüller jubelte auch die Para-Langlauf-Sparte, für die es bei den Herren in der Stehend-Wertung der bisher größte Erfolg der Verbandsgeschichte ist. Der Ehrgeiz für die Paralympics ist dementsprechend hoch. Egger-Riedmüller wird dort im Langlauf und Biathlon an den Start gehen. „Im besten Fall werden es fünf Rennen“, kündigt der 29-Jährige an. Der Fokus liegt auf den Sprint-Bewerben.

Gesucht und gefunden

Egger-Riedmüller fehlt seit der Geburt das rechte Wadenbein sowie die Wadenbeinmuskulatur, das Sprunggelenkt ist eingeschränkt. „In der Kindheit und Jugend hatte ich viermal Beinverlängerungen und Operationen, weil das Bein langsamer mitgewachsen ist“, erzählt er und stellt klar: „Es hat mich nie so eingeschränkt, ich kenne es nicht anders.“

Der Tiroler war immer schon sportlich, spielte Fußball und probierte sich auch als Skispringer. Zum Langlaufen brachte ihn dann sein Cousin. Thomas Egger-Riedmüller, selbst aktiver Nordischer Kombinierer, lieh dem sechs Jahre jüngeren Stefan ein Paar Langlauf-Ski. „Ich habe es einfach probiert und es hat mir getaugt.“ Das war vor rund fünf Jahren.

Der Rest ist Geschichte, es ging Schlag auf Schlag. 2022 ging der Tiroler dann zum Zoll, machte erstmals bei den dortigen Skimeisterschaften mit. Und lernte dort seinen jetzigen Trainer Tobias Eberhard kennen, seines Zeichens Ex-Biathlet und Olympia-Teilnehmer (2018 in Pyeongchang). Kurz danach folgte der Schritt in die Professionalität, seit rund zwei Jahren ist Egger-Riedmüller auch Teil des Zollsportkaders.

Stefan Egger-Riedmüller im weißen Sporttrikot mit roten Akzenten steht vor einer Sponsorenwand und lächelt leicht.

Die Zielsetzung

Und jetzt also seine ersten paralympischen Winterspiele. Der 29-Jährige will sie „genießen, so gut es geht.“ Die Langlauf- und Biathlon-Bewerbe gehen in Tesero über die Bühne. Egger-Riedmüller kennt die Gegend und Teile der Strecke: „Ich weiß grundsätzlich, was mich erwartet. Es ist eine Strecke, die mir liegt.“

Der Tiroler hat jedenfalls noch große Ziele. „Ich will einmal im Weltcup aufs Podest laufen. Langfristig ist das Ziel, bei einem Großereignis eine Medaille zu holen.“ Die aktuelle Formkurve zeigt da schon mal in die richtige Richtung. „Ich stehe erst seit fünf Jahren auf Langlaufskiern. Da ist in Zukunft sicher noch viel drinnen“, weiß Egger-Riedmüller. In Italien kann und will der Senkrechtstarter seinen Aufstieg fortsetzen.