Markus Salcher: Der „letzte Tanz“ einer Legende

Para-Skifahrer Markus Salcher hat alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Nach den Paralympics ist endgültig Schluss.
PARALYMPICS - Winter Paralympics Beijing 2022

Markus Salcher weiß, wie man paralympische Medaillen gewinnt, das hat er bei den letzten Winterspielen eindrucksvoll bewiesen. 2014, in Sotschi, gab es zweimal Gold und einmal Bronze, vier Jahre später legte er mit zwei dritten Plätzen nach. In Peking, 2022, gab es zwei weitere Silber-Medaillen. Die Sammlung ist also schon längst voll, der Hunger allerdings noch nicht gestillt.

Dabei lief der Start ins neue Jahr nicht optimal. Der 34-jährige Kärntner musste den Heimbewerb in Saalbach aufgrund einer Knie-Verletzung absagen und eine Pause einlegen. Ein Trainingsrückstand sei da, räumt er ein, doch bis zu den Paralympics sei dies kein Problem.

Speed-Spezialist

Der Fokus dort liegt klar auf den Speed-Disziplinen. Abfahrt und Super-G waren über Jahre Salchers sportliches Zuhause – und sind es auch in Richtung Cortina. Eine Medaille ist das erklärte Ziel. „Alles andere wäre gelogen“, sagt er. Die größten Chancen sieht er in der Abfahrt.

Mit Cortina selbst hat Salcher noch eine Rechnung offen. Einmal war er dort am Start, es lief nicht nach Wunsch. Einfach wird es freilich nicht, die Strecke ist sehr technisch – und damit nicht ideal für ihn. Mit seiner halbseitigen Lähmung sei Speed einfacher zu fahren: „Je mehr Kurven drin sind, desto schwieriger ist es, Zug auf den Ski zu bringen“, erklärt Salcher. Hinzu kommt die Leidenschaft zum Schnellfahren. Dass er sich schon vor Jahren auf die schnellen Disziplinen konzentriert hat, hat sich ausgezahlt. Neben den sieben paralympischen Medaillen fuhr Salcher auch bei Para-Weltmeisterschaften 12-mal auf das Podest. Dazu kommen zahlreiche Erfolge im Weltcup. Das Highlight: Der Gewinn des Gesamtweltcups in der Saison 2016/17.

OLYMPICS - OEPC, equipping handover

Die Karriere danach

Der 34-Jährige hat also alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Den „letzten Tanz“ in Cortina will er noch einmal genießen und seine Karriere mit einer Medaille ausklingen lassen. Zumal die Spiele vor seiner Haustüre sind, wie er sagt. Salcher hofft auf viele bekannte Gesichter im Publikum.

Und danach? Der Kärntner wird nicht nur dem Zoll, sondern auch dem Para-Sport erhalten bleiben. Salcher will sich dem Nachwuchs annehmen. Sportlich will er „als einer der erfolgreichsten Para-Sportler in Österreich“ im Gedächtnis bleiben. Und er selbst freut sich vor allem auf eines: „Wenn ich in der Urlaubsplanung keine Rücksicht mehr auf einen Plan vom Trainer nehmen muss.“