Fixkosten senken: So sparen Sie bei Strom, Gas und Versicherungen

Zehn einfache Strategien helfen, durch kleine Alltagsänderungen langfristig Geld zu sparen
Ein Paar sitzt am Tisch, rechnet mit Taschenrechner und Stift und betrachtet Diagramme.

Wer bewusst mit seinem Geld umgeht, kann Ausgaben reduzieren, ohne auf Lebensqualität verzichten zu müssen. Einfache und praktische Strategien, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen, können sich lohnen.

  1. Überblick verschaffen Der erste Schritt zur finanziellen Unabhängigkeit beginnt damit, sich einen genauen Überblick über die laufenden Kosten zu verschaffen. Denn bevor man ans Sparen denkt, muss man wissen, wo man finanziell steht. Das gilt für den gesamten Haushalt und alle Familienmitglieder. Also Kontoauszüge zur Hand nehmen und einen groben Überblick verschaffen. Manche Ausgaben stechen dabei sofort ins Auge und liefern Sparpotenziale.

     

  2. Haushaltsbuch führen Klingt altmodisch, ist aber besonders effektiv. Hier können handschriftliche Aufzeichnungen, Excel-Listen oder Apps zum Einsatz kommen. Wichtig ist, dass man die Listen regelmäßig und ehrlich führt. Es muss nach Themen geordnet wirklich alles angeführt werden – sowohl regelmäßige als auch einmalige Ausgaben. Schon die Aufstellung der Fixkosten kann eine positive Überraschung bringen. Viele finden so gleich 100 bis 150 Euro pro Monat an Einsparungspotenzial.
Fünfzig-Euro-Scheine liegen auf einem Haushaltsbudget-Formular.

Ein Haushaltsbuch zu führen, kann beim Sparen helfen.

  1. Die 50/30/20 Regel Ein guter Ausgangspunkt für die Einteilung der vorhandenen Mittel ist die 50/30/20-Regel. Diese lautet:
  • 50 Prozent des Einkommens wird für notwendige Ausgaben wie Miete, Nahrungsmittel, die Kosten für Strom, Wasser, Heizung , Versicherungen, für das Auto oder öffentliche Verkehrsmittel und die Tilgung von Krediten verwendet.
  • 30 Prozent kann für persönliche Ausgaben wie Unterhaltung, Restaurants, Urlaube Hobbys, Fitnesscenter und Shopping ausgegeben werden.
  • 20 Prozent sind für das Anlegen eines Notgroschens, Sparen und die Altersvorsorge.

     

  1. Strom- und Gasanbieter wechseln Gerade in Zeiten hoher Energiepreise kann ein Anbieterwechsel helfen, die Kosten zu senken. „In Österreich können Sie ihren Strom- und Gasanbieter frei wählen. Auch wenn Ihr Stromverbrauch unter 2.900 kWh liegt, kann sich der Anbieterwechsel lohnen, denn aktuell gibt es wieder viele Tarife mit Neukundenbonus”, rät man bei durchblicker.at. Ein Drei-Personen-Haushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 4.000 kWh kann bis zu 950 Euro bei den Strom-Fixkosten einsparen.

     

  2. Kein unnötiger Stromverbrauch Am meisten Strom verbrauchen in der Regel der Herd, die Waschmaschine, der Geschirrspüler. Für Kostenersparnis sorgt, wenn der Geschirrspüler oder die Waschmaschine nur bei voller Ladung in Betrieb genommen werden. Geräte wie Waschmaschinen und Wäschetrockner machen zusammen immerhin etwa 14 Prozent des Stromverbrauchs aus. Altgeräte verbrauchen nicht selten bis zu dreimal so viel Energie wie neue, energieeffiziente Geräte. Ein Umstieg kann sich lohnen.
Ein Stecker liegt auf einem blauen Taschenrechner, dessen Display "Energiekosten" anzeigt, im Hintergrund Euroscheine.

Um die Energiekosten zu senken, den Anbieter wechseln.

  1. Heizen und Kühlen Rund 70 Prozent des Energieverbrauchs in den eigenen vier Wänden entfallen allein auf die Raumwärme. Schon ein Grad weniger Raumtemperatur senkt die Heizkosten um etwa sechs Prozent. Im Sommer gilt: Kluges Lüften und der Einsatz von Ventilatoren sind oft besser als stromintensive Klimaanlagen, die oft viel zu stark kühlen. Bei der Kühlung von Haus oder Wohnung sollte der Unterschied zwischen Außen- und Innentemperatur 4 °C betragen.

     

  2. Internet und Handy Alte Handyverträge können viel teurer sein als Neue und auch weniger bieten. Über Vergleichsportale kann man sich einen guten Überblick über die Anbieter verschaffen und einige Hundert Euro im Jahr sparen. Vorsicht ist bei den Apps für Handy & Co geboten. Scheinbar kostenlose Apps finanzieren sich oft über sogenannte „In-App-Käufe“. Diese werden meist sehr offensiv beworben, weshalb sie vor allem für Kinder sehr verlockend sind. Auch beim Fernsehen lässt sich sparen. Bevor man Abos für Streamingdienste wie Netflix, Sky, Disney oder Amazon Prime abschließt, sollte man bedenken, dass hier schnell monatliche Kosten von 50 Euro und mehr entstehen können.

     

  3. Kontokosten einsparen Innerhalb der Familie gibt es Girokonten, Jugendkonten oder ein Familienkonto. So vielfältig wie die Produkte sind jedoch auch die laufenden Gebühren für die Kontoführung, diese können von Bank zu Bank stark schwanken. „Beim klassischen Gehalts- und Girokonto fallen nicht unerhebliche Kosten und Gebühren an, vielleicht auch noch zusätzliche Kosten für Kredit- und Bankomatkarten. Auch die Hausbank bietet nicht immer unbedingt die günstigsten Kontokonditionen. Wollen Sie also beim Konto Geld sparen, dann sollten Sie die am Markt verfügbaren Angebote vergleichen und so Ihre Kontokosten optimieren“, rät man bei durchblicker.at. Ein überzogenes Konto kann sehr teuer kommen. Die Höhe des Standard-Kontorahmens ist Vereinbarungssache und bonitätsabhängig. Hier kann man auch bei den Sollzinsen einiges ausverhandeln. Wird dieser Kontorahmen überschritten, kann es teuer werden. Die Sollzinsen außerhalb des Kontorahmens können bis 18,05 Prozent betragen. Wird das Konto für eine Anschaffung oder einen Urlaub überzogen, kommt ein Konsumkredit günstiger.

     

  4. Versicherungskosten optimieren Auch bei Versicherungen gibt es Potenzial, wie die Experten von durchblicker.at betonen. „Beim Wechsel der Autoversicherung können bis zu 700 Euro eingespart werden. Aber auch bei klassischen Versicherungsprodukten wie der Haushaltsversicherung lohnt sich der Vergleich – hier können bis zu 200 Euro eingespart werden.“ Vor allem bei der Haushaltsversicherung empfiehlt sich ein Polizzen-Check, um mögliche Unter- oder Überversicherungen aufzudecken. Alle ein bis zwei Jahre sollten die Versicherungsverträge überprüft werden, ob diese noch dem aktuellen Bedarf entsprechen. Vor Abschluss einer neuen Versicherung lohnt es sich zu prüfen, ob das Risiko nicht bereits durch eine bestehende Versicherung ausreichend abgedeckt ist. Ein Möglicher Schutz kann bereits durch die Mitgliedschaft z. B. in einem Autofahrerklub oder durch Kreditkarten bestehen.

     

  5. Beim Einkaufen sparen Um die monatlichen Ausgaben für Lebensmittel bewusst zu machen, heißt es aufmerksam beobachten und aufschreiben, wie viel man ausgibt. Vorab eine Einkaufsliste zu schreiben – und sich daran zu halten – kann viel bringen. „Konsequent bleiben!“, rät das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft. „Die größte Herausforderung in den Märkten ist es, dem vielfältigen Angebot zu widerstehen. Halten wir uns jedoch an den Einkaufszettel, so kaufen wir automatisch die richtigen Mengen und Produkte. Sonderangebote, Multipack-Nachlässe oder Rabattaktionen sind natürlich verlockend – mit Schritt 1 im Hinterkopf ist es aber ein Leichtes, Impulskäufe zu vermeiden.“ Online-Shopping ist praktisch und bequem. Die Auswahl ist schier grenzenlos und die Lieferung oft versandkostenfrei. Mit einem fixen monatlichen Budget für Online-Käufe kann man Grenzen setzen. Die Ausgaben am besten in einer Liste vermerken, dann merkt man schnell wenn das Budget bereits ausgereizt oder überzogen ist.

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